Wegzeichen erlauben uns die Orientierung. Also: Die Kompassnadel schlägt aus, dort ist Norden, Sterne weisen uns den Weg, manche orientieren sich an den Sternbildern sogar im spirituellen Sinn. Auch, wenn wir uns meist an konkreten Dingen orientieren, wird Orientierung erst durch das eigene Handeln vollendet, durch die von uns durch Prüfung und Abwägung aufgewandte Zeit, zuweilen auch durch Zuneigung und Liebe. Orientierung ist ein Prozess des Empfangens und Sendens, der es nicht nur uns selbst erlaubt, eine vorteilhaftere Position im Leben behaupten zu können, sondern diese oft auch anderen zu deren Begünstigung vermittelt. Dieses Maß der Teilhaberschaft verleiht der Orientierung etwas allgemein Gültiges und Bleibendes, das dank seiner Erwartbarkeit alle, die am Prozess beteiligt sind, in die Lage versetzt, nicht stets zweifelnd, sondern mit bestätigender Gewissheit den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski