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Das Sein

Verwurzelt zu sein, seinen Platz zu haben, sich durchzusetzen und zu fügen, Nahrung aufzunehmen, zu wachsen und zu gedeihen – all dies bietet der Boden wie das jeweilige Habitat. Das versteht sich von selbst aufgrund vorhandener Möglichkeiten, unserer Bedürfnisse sowie deren Befriedigung.

Das Sein steht für jedes Zuhause, für Pflanzen, Menschen und Tiere – für Überwindung von Fremdsein durch Gemeinsamkeiten, Anpassung, Zurückhaltung und Wagnis. Das Sein ist kein statischer Zustand, sondern entsteht – ein Experiment der Natur – nicht zufällig, sondern sich selbst formend und geformt werdend durch alle verfügbaren Voraussetzungen und Umstände. Ein steter Prozess, aber auch beharrlich, um die Orientierung zu ermöglichen. Es gibt aber nicht das eine Sein, sondern etliche und vielfältige, abhängig von den jeweiligen Anforderungen.

Dieses Sein muss nicht konkret sein, Reibungen können bestehen, aber auch Ergänzung und Entwicklung und Bereicherung möglich werden. Das Sein sind Berge und Täler, Sprache und Gebräuche, Bücher und Anschauung – Wetter, Wasser, Boden und Mensch – alles ist heimatfähig, gestaltend und erlebend, versichernd und fremd. Die Heimat schützt das Sein.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski