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Wahrnehmung

Etwas wahrzunehmen stellt sich für mich als ein Aufbruch zum Feststellen, Reflektieren, Merken und schließlich Handeln dar. Die Aufmerksamkeiten, die ich Dingen und anderen Menschen schenke, ergreifen ihrerseits das Wort, sprechen mit mir, bieten mir Unterhaltung, geben Fingerzeige, und zwar übrigens selbst dann, wenn ich ruhe oder schlafe, denn meine Wahrnehmungsmöglichkeit reicht über das Offensichtliche hinaus. Ich darf darauf vertrauen, was mir mitgeteilt wird, wenn ich die Bereitschaft habe, das Wahrzunehmende zuzulassen.

Die Eigenwahrnehmung ist dabei sicher auch von Bedeutung, aber vor allem die Wahrnehmung von Anderem, Fremdem, anderen Menschen, ihren Gedanken, ihren Handlungen und alles, was sie damit ausdrücken. Wahrnehmung ist der Kosmos der Empfänglichkeit und konfiguriert die Bereitschaft, Erfahrungen zu machen, die über eine profunde Kommunikation hinaus reichen, weil sie ein Gespür, also eine sensible Haltung gegenüber jeglichem Kommunikationsangebot mit einschließen. So wenig KI-Modelle wahrnehmungsfähig sind, vermögen auch keine allein aus Meinungen abgeleitete Selbstbestätigungen Erfahrungen zuzulassen, die dem Menschen ein Wahrnehmen jenseits des Offensichtlichen erlauben. Dabei verfügt der Mensch über alle Sinne, die ihm das alles erlauben würde. Es ist jedoch unerlässlich, diese Fähigkeit auch auszubilden, deren Einsatz zu pflegen und bekannte Verhaltensmuster dabei in Frage zu stellen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

„Vorsprung“ – Ich lerne für mein Leben gern.

Meine Eltern haben mich auf mein Leben neugierig gemacht. Sie haben mit mir gesungen und mir aus ihrem Leben erzählt. Das haben auch andere Menschen getan. Ich habe zu Hause und im Kindergarten viel gelernt, aber manchmal hatte ich keinen Bock und fand den Unterricht langweilig…

Das, was viele Kinder so oder so ausdrücken könnten: stimmt! Viele Kinder fühlen sich unterfordert oder schalten ab und fühlen sich dann überfordert, wenn es zur Sache geht, d. h. sich etwas vor einer Prüfung einprägen müssen. Da setzt unser Projekt an, und zwar Angebote an Jugendliche zu unterbreiten, die einen „Flow“ auslösen und den Schüler glücklich machen. Das ist wie bei der amerikanischen Märchengeschichte von Jonny Appleseed, den alle verspotten, der aber dann Apfelbaumsetzlinge in die Hand nimmt, diese pflanzt und lernt, mit den Früchten andere zu beeindrucken. Jeder Mensch, jeder Schüler ist leistungsbereit. Er will etwas Richtiges machen und wir helfen dabei. Wir helfen durch Anleitung und Identifizierung passender Projekte, die Schüler ermuntern, ihren Weg zu gehen. Um dies zu erreichen, fördern wir Patenschaftsprogramme und Nachhilfe in den klassischen Unterrichtsbereichen, aber auch in den Bereichen Integration, Inklusion und Kooperation.

Der Unterforderung von Schülern zu begegnen, ist nicht nur ein inhaltlicher, sondern vor allem auch ein methodischer Prozess. Wie ermögliche ich es jedem einzelnen Schüler herauszufinden, was er selbst für Qualitäten hat und aus den vorhandenen Angeboten und Möglichkeiten diejenigen zu erkennen und auszuwählen, die zu ihm passen und Grundlage sein können, für eine sich daraus ableitende positive Entwicklung auch in schulischen Fächern, die der Schüler gerade eben nicht gewählt hat.

Einleitung (invitation) und Zuwendung (dedication) sind Schlüsselworte dieses Prozesses, des gemeinsamen Findens der Bausteine einer erfolgreichen Schulkariere.

Die Umsetzung kann anfangs zumindest methodisch einfach sein. Der Schüler schreibt auf, was er gerne machen würde und wie er selbst glaubt, es umzusetzen können. Auch soll er seine Erfahrungen bei der Lösung ihn interessierender Probleme beschreiben. In Einzelgesprächen wird dann die Haltung des Schülers und seine Konzentration auf ein spezifisches Anliegen untersucht.

Im zweiten Schritt muss der Erfahrungsraum des Schülers erweitert werden, insbesondere durch die Möglichkeit, gleichaltrige Schüler in anderen Ländern mittels Schüleraustausch zu besuchen. Hierzu bieten sich viele Organisationen heute an, unter anderem AFS oder Rotary.

Um einen Schüler in der Ausbildung seiner Fähigkeiten zu fördern, reicht es nicht aus, auf seine Intelligenz und seinen Durchsetzungswillen zu bauen, sondern sein gesamtes soziales Umfeld, Familie, Freunde, Schule müssen mit einbezogen werden. Die Schaffung von Leistungsanreizen durch Vorbilder, Sportler, Musiker sollte positiv in die Entwicklung mit eingebaut werden.

Der Schüler muss begreifen, dass es sich lohnt, eine Idee, einen Gedanken, ein Projekt weiterzuverfolgen und zu einem guten Ende zu bringen.

Anerkennung und Belohnung sind dabei Ankerbegriffe für die Entwicklung des Leistungsgedankens hin zu einer auch selbstverantwortlichen Schul- und Weiterbildung. Für diese Schüler sind die magic days vorgesehen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski