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Grundsätzlich

Das Grundsätzliche, ist dies ein von uns normativ geschaffener Zustand oder ein bereits vorhandenes Prinzip in Erwartung einer Ordnung, die sich der Ursprünglichkeit des Grundsätzlichen bemächtigt? Wie aber ist Grundsätzlichkeit erfahrbar? Naheliegenderweise durch Sichtbarmachung seiner Wirkungsweisen.

Folgt das Grundsätzliche einer inneren Logik oder einer kategorischen Feststellung, die sie zu unserem Verständnis dann eher geschmeidig werden lässt? Um das Grundsätzliche zu erkennen, müssen wir zuweilen die Ausnahmen definieren, denn aus der Abgrenzung formen wir die Verbindlichkeit für einen bestimmten Zustand, den wir dann als grundsätzlich benennen. So ist das Grundsätzliche in gleicher Weise regelbasiert wie Ausnahmen als anerkannte Durchbrechungen des Grundsätzlichen, die durch ihre Benennung verhindern, dass unsere Anschauungen und Begrifflichkeiten insgesamt ins Wanken geraten.

Dies erleben wir bei vielen Beispielen des täglichen Lebens und der Politik, sei es bei der Schuldenbremse, im haushalterischen Bereich oder ganz profan bei der Ausnahmezigarette nach Erhalt einer guten oder schlechten Nachricht. Wie das Grundsätzliche stabilisierend wirkt, schafft auch das Regelausnahmeverhältnis eine notwendige Gesetzmäßigkeit in unserem Lebenszyklus, welche verhindert, dass wir verlernen, flexibel zu sein und dadurch weitere Möglichkeiten des Denkens und Handelns verkennen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski