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Methodenlehre

Ordnung ist das halbe Leben. Das weiß der Volksmund sehr gut und die Erfahrung bestätigt dies auch mit einer wichtigen Ergänzung, und zwar: Es ist sinnvoll, Ordnung so zu nutzen, dass sie den jederzeitigen Rückgriff auf das Verstaute erlaubt, denn sonst ist es eine Scheinordnung, die lediglich das Chaos kaschiert. Um dies aber zu verhindern, muss die Ordnung gewissen Regeln folgen, Gesetzmäßigkeiten, die gewährleisten, dass sie sich nicht im Zweck erschöpft, sondern die wie Instrumente wirken, die es erlauben, methodische Ordnung zu schaffen und zu bewahren. Hier kommt die Methodenlehre ins Spiel, die aufzeigen kann, welche Regeln einzuhalten sind, um Ordnung zu schaffen und zu erhalten.

Sie basiert darauf, dass keine Zufälligkeiten bestehen, sondern ein Regelwerk verhandelt ist, bei deren Einhaltung die gewünschten Ergebnisse zwangsläufig geschaffen werden. Die Nutzung dieses Regelwerkes erlaubt also die Kontrolle des Gestaltens bis hin zur Wirksamkeit des Geordneten selbst und weiß, mit auftretenden Schwierigkeiten und Störungen methodisch umzugehen. Das gilt nicht nur bei Gegenständen, sondern auch bei der methodischen Ordnung von Gedanken und deren Wirksamkeitsmessung bei der Bewahrung und Einordnung. Die regelbasierte Methode hilft, dass ein Gedanke in einem Ordnungsrahmen bei auftretenden Schwierigkeiten, wie in einem Labyrinth, den Weg findet und nicht, wie in einem Irrgarten, den Ausweg versäumt und abhandenkommt. Die KI, die wir nutzen, ist regel- und methodenbasiert, weil bei ihr die Vorgehensweise, also die Methode und nicht das Ergebnis, von Belang ist. Wir Menschen müssen allerdings nicht allein diesen methodischen Moment des technischen Prozesses bedenken, sondern können sogar bewusst Abweichungen und Störungen des Systems schaffen, die wiederum als eine Methode der Problemlösung von uns anerkannt werden kann. Jedenfalls ist der methodische Ansatz für die Bewältigung unserer vielfältigen menschlichen Herausforderungen nützlich, aber auch sicher nicht allein hilfreich, um die von uns gewünschten Entwicklungen zu beeinflussen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Gelassenheit

Ich denke, um des Denkens willen. Ich denke prozessorientiert. Ich denke zielgerichtet, aber abstrakt. Ich denke als Anliegen. Ich denke ergebnisorientiert. Ich denke für Andere. Ich denke alles einschließend, also umfassend. Ich denke die Gefühle nutzend. Ich denke Gefühle. Ich denke fließend. Ich denke Blockaden. Ich denke vor. Ich denke nach. Gedankenlos.

Denken verboten. Denken langweilig. Ich denke vergeblich. Ich denke an den Empfänger der Gedanken. Ich denke an mich. Ich denke morgens, abends und nachts. Ich denke im Bett, auf dem Klo, im Bad. Ich denke Blödsinn. Ich denke Kluges. Ich denke, um zu denken. Ich denke zeitlos, sinnlos, entfernungslos, weit, nah, auf den Punkt. Ich denke frei. Ich denke verkrampft. Ich denke mit Vorurteilen. Ich schichte Gedanken ab. Ich baue Gedanken auf. Ich lasse mich von Gedanken treiben. Ich denke selbst. Ich lasse andere denken. Ich habe keinen Bezug zu meinen Gedanken.

Meine Gedanken haben sich verselbstständigt. Vom Denken wird es mir schwindlig. Vom Denken wird mir stumpf. Ich denke, also bin ich? Ich denke, dass ich bin. Ich bin auch ohne zu denken. Gibt es einen Sinn des Denkens? Gibt es einen sich selbst denkenden Sinn? Methodenlehre des Denkens ist die Philosophie. Der Zirkus des Denkens ist die Religion. Das Denken besitzt eine unendliche Spielwiese der Mutmaßungen. Das Denken weist eine Richtung, aber keine Ergebnisse. Durch das Denken werden Probleme nicht gelöst, sondern geschaffen. Fühlen, Denken und Handeln sind miteinander verwandt, aber nicht vertraut. Kann Denken hilfreich sein? Kann ich durch Denken Einfluss auf etwas nehmen?

Kann mir jemand oder ein Umstand beim Denken helfen? Denken als Zeitvertreib. Denken als Prozess – des Träumens – des Fühlens – des Empfindens. Denken als Synapsengeflunkere. Maschinendenken. Computerdenken. Internetdenken. Denken als gesellschaftliche Bereicherung. Gemeinsames Denken. Ich habe mal so gedacht… Denken als l´art pour l´art. Denken ohne Vorkenntnisse. Plötzlicher Denkeinfall. Denkfalle. Denkexzess. Denkblockade. Eine Maschine hat es gut. Sie ist vom Denken befreit.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski