Zwar hat der Mensch die Sinnsuche nicht aufgegeben, aber zumindest die meisten Menschen haben für sich beschlossen, dass es sich nach den Gesetzen des Markts zumindest etwas komfortabler im Leben einrichten lässt. Die Marktgesetze orientieren sich an Regeln, d. h. derjenige, der eine Handlung vornimmt, zum Beispiel eine Investition veranlasst, erwartet eine Form der Kompensation. Der Investor will Rendite, der Konsument seine Ware, der Versicherte eine Versicherungsleistung. Das kostet, aber wenn es nichts kosten würde, wäre es auch nichts wert. Das ist eine weit verbreitete Auffassung und verankert in der Grundüberzeugung, dass alles erkämpft werden müsse. Auch das Erschleichen von Werten, das Spiel und die Überzeugung sind Arten von Kampf. Sie beruhen auf Verführung und Überlegenheit. Geld ist dabei eine Gestaltungsvariante. Es geht um Macht. Es geht um den Einsatz der Mittel und dabei die Erprobung der Fähigkeiten, über andere Menschen und ihr Vermögen Macht zu erlangen, eigene Ziele durchzusetzen, das eigene Leben zu bereichern, ideell und wirtschaftlich zu verschönern, dem Leben insgesamt einen materiellen, eigenen Sinn zu geben. Was erfülltes Leben ist, da gehen die Meinungen weit auseinander, die Mechaniken jedoch, um ein erfülltes Leben zu erlangen, sind ähnlich. Der Sinn dieser Betrachtung ist es daher, diese Mechaniken zu analysieren und sie fruchtbar zu machen in einem Bereich, der nicht in erster Linie von Geld bestimmt ist, aber auch hohen finanziellen Einsatz erlaubt. Würde man von Industrie sprechen dürfen, so würde man der Philanthropie eine boomende Zukunft zuerkennen. In diesem Bereich wird viel Geld in der Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze umgesetzt, fundamental der Dienstleistungsbereich entwickelt und erprobt und, was in der gesellschaftlichen Zukunft unerlässlich ist: vertrauensbildende Maßnahmen durchgeführt. Sobald der gesellschaftliche Prozess in Gang gesetzt worden ist und diese Maßnahmen unter finanziellen Gesichtspunkten bewertet werden, erfolgt ein Sinneswandel der Investoren; die Herstellung der Verträglichkeit zwischen Geld, Macht, und Verpflichtung, um größere soziale Anerkennung und damit auch wieder Investitionssicherheit zu gewinnen. Darauf kommt es dem Investor letztlich immer an: das Alleinstellungsmerkmal, welches er mit weiteren Auserwählten teilt.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski