WEGFINDUNG (Teil 3)

In 20 Jahren wird der philanthropische Markt für Deutschland ein gesellschaftlich relevanter und vielfältiger Markt unterschiedlicher Anbieter und Angebote sein. Während bestehende Formen der Dienstleistung und die Herstellung von Sachen wahrscheinlich überwiegend von Asien aus bedient werden, steigen die Chancen und Möglichkeiten der Kreativ-, Bildungs- und Zuwendungsdienstleister in einem Europa der Philanthropie, u. a. aus folgenden Gründen:

  • Der Gemeinsinn schafft und erhält philanthropische Einrichtungen und weist dabei den Weg in einen neuen sinnstiftenden Umgang mit vorhandenen Geldmitteln in allen Produktionsbereichen. Die verantwortlich handelnden Personen haben eine Vorbildfunktion inne und stiften andere zur Nachahmung an.
  • Nachhaltige Anlagestrategien und der Ausbau von Wertschöpfungsketten sind gefragt. Die Anlage von Geldern in Stiftungen und vergleichbaren Einrichtungen hat ohnehin verfügungssicher und ertragsorientiert zu erfolgen. Die erwirtschaftete Rendite kommt anderen gemeinnützigen Unternehmungen zugute, deren gesellschaftliche Wahrnehmung durch den Erwerb dieser Geldmittel befördert wird. Damit wird eine Bewegung in Gang gesetzt, von der alle Beteiligten profitieren; ideell, wirtschaftlich, aber auch sehr persönlich, das heißt menschlich.
  • Die Entwicklung und Gestaltung neuer Lebenssachverhalte gibt Menschen, deren Talente bisher unentdeckt geblieben sind, Gelegenheit, ihre soziale Kompetenz einzubringen. Es werden neue Dienstleistungsmuster, Marken, überhaupt heute noch nicht vorstellbare Produkte geschaffen, die immer dann entstehen, wenn sich die Menschen erfolgsorientiert auf ein bisher unbekanntes Terrain vorwagen.
  • Die philanthropische Industrie wird einen starken Einfluss auf die Neugestaltung unserer Gesellschaft insofern haben, als durch eine sinnerfüllende Tätigkeit das Selbstbewusstsein wächst, neue Aufgaben von den Bürgern übernommen werden. Dies kommt nicht nur den Handelnden und Destinatären zugute, sondern trägt auch dazu bei, dass eine komplementäre Aufgabenstellung und Abgabenentlastung des Staates möglich ist, die uns von Kosten und Steuern befreien kann, deren Äquivalent wir selbst für eigene sinnstiftende Investitionen in unseren unterschiedlichen geschäftlichen Betätigungsfeldern benötigen.
  • Nicht Sparen oder Einsparen sind das Motto der Gewinnmaximierung, sondern der vernünftige   Umgang   mit   vorhandenen   finanziellen   Mitteln   und Verlässlichkeit bei der Umsetzung gesellschaftlicher Vorhaben mit dem Ziel der Stärkung unserer Prosperität und unseres Gemeinsinns.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski