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Künstliche Intelligenz II

Stephen Hawking soll der künstlichen Intelligenz dieselbe Bedeutung zugemessen haben, wie der Einführung der Elektrizität oder der Mobilität. In ihrem aktuellen Wahlprogramm verkündet die CDU/CSU, dass sie in der nächsten Legislaturperiode eine Vollbeschäftigung der Arbeitnehmer in Deutschland anstrebe. Allerorten werden vor allem jungen Menschen gefeiert, die in sogenannten Pitches neue Unternehmen, sogenannte Start-Ups vorstellen.

Menschen sollen disruptiv in ihrem Leben neue Wege gehen, kollaborativ mit anderen zusammenarbeiten und zukünftig vielfältig die Voraussetzungen für ihren Lebensunterhalt schaffen. Angesichts des sich statistisch vergrößernden Armutsbereichs in weiten Teilen der Bevölkerung wird über eine finanzielle Grundversorgung aller Menschen zumindest in Deutschland nachgedacht. Aber das passt nicht zusammen, wenn man der künstlichen Intelligenz die entscheidende Bedeutung bei der künftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung auf dem Territorium unseres Planeten beimisst.

Wie soll trotz aller anderslautenden Beteuerungen vermieden werden, dass diese künstliche Intelligenz den Menschen verdrängt? Wie soll angesichts der Aufgaben, die die künstliche Intelligenz übernehmen kann, der Mensch mit seiner angesichts dieser Intelligenz vergleichbar eingeschränkten Fähigkeiten noch mit dieser konkurrieren können? Ist die Existenz des Menschen unter ökonomischen Gesichtspunkten noch gerechtfertigt?

Zu verhindern sein wird die Ausbreitung der künstlichen Intelligenz nicht. Sicher sollten und werden wir sie nutzen. Wir befinden uns aber in einer Konkurrenzsituation und müssen auf unsere Fähigkeiten pochen, die uns der künstlichen Intelligenz gegenüber überlegen machen. Die künstliche Intelligenz mag so intelligent sein, wie wir das initiiert haben, d. h. sie mag über mehr Wissen verfügen, als wir jemals akkumulieren können.

Wir aber sind bildungsfähig, d. h. in der Lage, nicht in der Form simpler Rechenfunktionen, sondern in sprunghaften, emotionalen, intellektuellen, also disruptiven Prozessen Vorgänge zu gestalten, was die künstliche Intelligenz wohl niemals vermag. Wir dürfen die Situationen, in die wir uns gebracht haben, nicht bedauern. Sie sind folgerichtig und vernünftig. Was in Zukunft geschieht, ist erwartbar, aber wir müssen uns stets vergegenwärtigen, dass wir nur dann konkurrieren können, wenn wir begreifen, dass alles von Menschen für Menschen gemacht werden soll: „Humans First“.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Mensch und Maschine

Wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist, folge heute meist der Hinweis auf das Konkurrenzverhältnis zwischen Mensch und Maschine. Dabei ist der Begriff Maschine nicht nur ungenau, sondern passt überhaupt nicht. Selbst, wenn der Bereich, in dem sich künstliche Intelligenz entwickelt, äußerlich noch Hardware-Charakter aufweist, vollzieht sich der Deep-Learning-Prozess zur Schaffung künstlicher Intelligenz nicht mehr in einer Maschine in herkömmlichem Sinn. Die Mechanik ist belanglos und allenfalls Mittel zum Zweck, um das in der Software vorhandene Erkenntnis- und Handelsmuster umzusetzen.

Im Gegensatz aber zum Menschen, der auf seine Gliedmaßen angewiesen ist, kann sich der durch die künstliche Intelligenz manifestierte Handlungswille weit vielfältiger als nur durch eine Maschine ausdrücken. Nicht nur der klobig oder heute sogar schon feinmotorisch bewegte Roboter sind Handlungsoptionen, sondern auch jede andere Materie, die mit dieser intelligenten Software in Berührung kommt. Während wir Menschen darauf angewiesen sind, unsere Gedanken und Gefühle durch sprachlichen und/oder gestischen Austausch weiterzugeben, kann die künstliche Intelligenz direkt über ihre Modelle kommunizieren. Durch die erweiterten Handlungsoptionen der künstlichen Intelligenz kann der Mensch seine Überlegenheit nur durch seinen Geist behaupten. In der Umsetzung von Gedanken ist der Mensch unterlegen.

Diese Unterlegenheit spiegelt sich auch in der zunehmenden Konditionierung des Menschen durch die künstliche Intelligenz wieder. Die künstliche Intelligenz erkennt Sprachfehler und gibt dem Menschen die Grammatik vor. Die künstliche Intelligenz erkennt oft schon beim ersten Buchstaben, mit welcher Intention der Mensch sein sprachliches Vorhaben weiterverfolgt. Sie widerspricht Regelverletzungen und empfiehlt Handlungsmuster. Sie warnt bei Grenzüberschreitungen, bremst Autos ab, verhindert so Auffahrunfälle und übernimmt selbständig einen Großteil unserer Daseinsvorsorge.

Wir gewöhnen uns daran, was die unorganisch entwickelte Intelligenz mit uns macht, uns zwingt, ihren Regeln zu folgen, ob diese für uns logisch erscheinen oder nicht. Diese Intelligenz folgt ihrer eigenen Logik, zumindest in steter Evolution.

Wir können uns diese von uns bewunderten KI-Entwicklungen aber auch zu Nutze machen, den Bereich unserer Möglichkeiten erweitern, indem wir selbst unser gegenständliches Dasein verlassen.

Avatare sind uns schon hinlänglich geläufig. Auf sie projizieren wir unser Ich, statten sie aus mit Eigenschaften, die wir auf sie übertragen und geben ihnen eine virtuelle Erscheinungsform, die uns ähnelt. Aufgrund der bestehenden Reproduktionsmöglichkeiten tauchen die so errechneten Doppelgänger wieder in der realen Welt auf, sprechen, singen und verhalten sich wie die noch organisch lebenden, können gemeinsam Shows bestehen oder Gespräche führen. All dies ist jetzt schon möglich und lässt hoffen, dass sehr bald ein hinlänglich gut ausgebildeter Avatar die Atmosphäre verlässt und das Universum erkundet.

Noch geht unsere Vorstellung nicht weiter, als dass dieser von uns geschaffene Avatar, noch mehr vermag, als wir denken können, mit Lichtgeschwindigkeit Raum und Zeit durcheilt, um unsere körperlich gebundenen Erfahrungen an die Unendlichkeit des Universums zu übermitteln. Aber, das Licht ist begrenzt, benötigt selbst eine lange Zeit und vermag auch die Unendlichkeit nicht zu erschließen. Gemeint ist dabei die Unendlichkeit des Makrokosmos und des Mikrokosmos. Alles, was sich in unendlichen Weiten abspielt, findet sich jenseits der Körperlichkeit im subenergetischen Bereich. Der Gedanke oder die Empfindung. Beide sind an Raum und Zeit nicht gebunden, sind – soweit der Anstoß erfolgt ist – wirkungsmächtig und frei. Die Reise zur Fokussierung von Gedanken und Empfindungen erfolgt durch Inter-Journey und Outer-Journey, das heißt Reisen in das Innere meines Ichs und Reisen in die Zeit bis zum Urknall. In dem Augenblick, in dem ich dies denke oder empfinde, bin ich bereits auf einem anderen Planeten und erschließe mir die Zukunft. Auch in unteilbaren Teilen ist eine Idee des Ganzen unstofflich und damit eine Projektion meines Ichs. Alles ist somit Projektionsfläche des Ichs. Es kommt überall da vor, wohin oder woher ich denken und fühlen kann. Im Augenblick des Denkens bin ich dort, wo ich sein will, und zwar auch in der Weite des Universums. Da das projektierte Ich jederzeit bereits da ist, weiß ich Bescheid, sobald ich die Botschaft entschlüssele. Ich selbst bin dann zwar auch eine Projektion des Ichs, aber authentisch in dem Moment, in dem ich mich selbst für mich halte und erkenne.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Künstliche Intelligenz

Das Schlagwort künstliche Intelligenz hört sich an wie Kunstblume, also die wirkliche Blume nachahmend, aber niemals erreichend und übertreffend. Verhält es sich bei der künstlichen Intelligenz – auch kurz KI genannt – tatsächlich so? Ich glaube nicht. Die künstliche Intelligenz ahmt die Intelligenz des Menschen nicht nach, ersetzt diese auch nicht, sondern ist etwas ganz anderes, eine Alternative. Es ist daher falsch von künstlicher Intelligenz zu sprechen, besser spräche man von alternativer Intelligenz, also kurz AI genannt.

Wenn wir von künstlicher Intelligenz sprechen und dies dabei auf uns selbst beziehen, bringen wir damit zum Ausdruck, dass wir etwas entwickeln, was uns eines Tages selbst in Frage stellt. Schaut man auf die Beispiele, insbesondere im spielerischen Bereich, dass Computer heute Weltmeister im Go und Schach besiegen, könnte man annehmen, die Angst sei berechtigt. Computer, so sagen Wissenschaftler, sind aufgrund der verarbeiteten Datenmenge bald auch in der Lage, Fehler zu erkennen, sich selbst zu programmieren und algorithmisch weiterzuentwickeln.

Die darin eingebettete Furcht lautet: Die Computer brauchen uns nicht mehr. Wähnen wir uns aber zu Recht in einer Konkurrenzsituation zum Computer? Billigen wir der durch Deep Learning entstehenden Intelligenz eine Alternative zu der unsrigen zu, können wir sie nutzen, ohne uns selbst zu belasten. Mag sein, dass das sich selbst programmierende Programm schon in ein paar Jahren eine intellektuelle Fähigkeit entwickelt hat, die der unseren bei weitem überlegen ist. Doch kein Programm wird in der Lage sein, echte Tränen zu vergießen, Verluste und Versagen als echten Schmerz wahrzunehmen und darauf gleich wieder eine ermutigende Antwort zu geben. Keine Maschine kann uns Gott erklären, sondern allenfalls religiöse Exegese betreiben und beschließen, was richtig oder falsch ist.

Kein Computerprogramm ist im wahrsten Sinne des Wortes unberechenbar, chaotisch und suizidal. Kein Roboter der Zukunft wird selbst dann, wenn er sich selbst erschafft, ein Ziehen im Bauch verspüren und sich erklären wollen oder können, dass er glücklich oder unglücklich verliebt ist. Da alles im Computer nicht stattfindet, was uns Menschen im Geist und Wesen auszeichnet, bleibt die Alternative. Eine Intelligenz, deren Bedeutung wir in Gang gesetzt haben und die uns herausfordern wird. Sie kann uns diese Welt verstehen helfen, sogar unseren Planeten retten, weil diese Intelligenz logisch ist und Argumente liefert, statt waghalsige Gefühle. Letztlich müssten wir aber als Menschen doch entscheiden, wem wir verpflichtet sind, dem Computerprogramm oder uns selbst.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski