Schlagwort-Archive: Lebenssinn

Ethic Solutions (Teil 2)

Kein Bereich ist ausgenommen und kein Instrument ungeeignet, dafür einen menschlichen Mehrwert unter Einschränkung des Ressourcenverbrauchs zu schaffen. Wir begreifen, dass der Lebenssinn im Tätigsein an sich und nicht im Geld besteht. Macht ist eine Frage der Fähigkeit, mit vorhandenen Instrumenten Neues zu erproben und Erfolge in der Reduzierung von Verschwendungen zu erlangen. Die Konzentration auf das Wesentliche und der Pluralität ist ein Teil des ethischen Kanons.

Dass wir uns etwas vormachen, glaube ich nicht. Wir haben nur den Hebel noch nicht gefunden, um unsere Ansprüche in eine neue Richtung zu lenken. Revolutionen sind uns verdächtig und angepasst lebt es sich scheinbar bequemer. Aber nicht die Angst, sondern die Neugier führt zur Erprobung von Möglichkeiten, die uns dabei helfen können, auch unseren Kindern eine Welt zu öffnen, die ihnen Lust und Freude bei der Verwirklichung ihrer Bedürfnisse erlaubt.

So geht es um die Anwendungen und Umsetzungen ethischer Grundsätze im privaten und öffentlichen Bereich, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, in Unternehmen und der Politik. Wir alle haben schon als Kinder von den Eltern vernommen, was man zu tun habe und was man besser lässt. Diese Grundsätze müssen Auswirkungen auf unser integres Verhalten lebenslang haben und unsere Kinder ermutigen, diese Grundsätze ebenfalls zu beachten. Allein schon die Beachtung des Fremdnutzens vor Eigennutz, die Bereitschaft zu geben, anstatt immer nur zu fordern, kann ein Schlüssel zur philanthropischen Welt bieten, der Ressourcen schont, wahre Bedürfnisse erkennen lässt, Anmaßungen vermeidet und Verantwortung wahrnehmen lässt.

Es kommt nicht darauf an, ob alle gleich mitmachen, denn jeder kann Vorbild sein und desto mehr Vorbilder es gibt, desto mehr Nachahmer sind erwartbar. Dank Influencer und Enabler wächst die Schar derer, die den Planten für erhaltungswürdig erachten. Na dann mal los!

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Rosige Zukunft (Teil 2)

Was ist nun zu tun:

  • Einschränkung des Welthandels auf den notwendigen Warenbestand nicht im Sinne der Gewinnmaximierung, sondern des allseitigen Nutzens. Wir benötigen zum Beispiel kein Obst oder Gemüse aus Brasilien, weil wir alles in Europa haben.
  • Einschränkung des Individualverkehrs einschließlich der Flugbewegungen. Wer muss schon Urlaub auf den Cayman Islands machen, es sei denn, es geht ihm darum, Geld in diesem Steuerparadies zu verstecken.

Tourismus ohne konkretes Interesse am Zielort ist Verschwendung an Zeit, Natur und Lebenskraft. Kurzum, es ist bezogen auf den Lebenssinn belanglos, ob wir in den Urlaubsländern dieser Welt gewesen sind oder nicht.

  • Verbot der Verpackung von Obst und Gemüse, insbesondere in Folien jeder Art, generelle Berechnung jeglicher Verpackung zum Zwecke der Abschreckung.
  • Einschränkung des Energieverbrauchs durch Anbringung von Gerätschaften, die den Verbrauch steuern und minimieren sowie weitere Maßnahmen der positiven Energieumwandlung und Einsparung.
  • Anleitung zur Müllvermeidung und Bezuschussung vorbildlichen Verhaltens.
  • Tauschen bzw. Mehrfachnutzung von Gegenständen zur optimalen Auslastung zur Minderung des Verbrauchs und der damit verbundenen umweltrelevanten Kosten.

Geht das? Ja! Es ist auch erfahrungsgemäß gar nicht schwer, wenn man angefangen hat, sich einzuschränken, bei Handlungen zu reflektieren, ob sie sinnvoll sind, und/oder sich zu begnügen und neue Kooperationen des gemeinsamen Nutzens von Gegenständen etc. einzugehen. Wenn das Karussell einmal in Gang gesetzt wurde, macht es jedem Mitreisenden Spaß, selbst zu entde­cken, was alles geht und welche Freiheiten möglich sind: weniger Konsum ist mehr.

Alles, was wir auf diesem Planeten tun, ist von Menschen für Menschen. Es geht überhaupt nicht um kaufen und verkaufen, Geld scheffeln und dieses zu bewahren, nicht um Gewinnmaximierung zum Wohle der Dinge, sondern zum Wohle von Lebenskraft und Lebensfreude. Es geht die kurze Zeit unseres Lebens nicht um den ständigen Ballast von Gegenständen, sondern um Zuversicht und Glück.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Distanziertheit

Populismus, was ist das eigentlich? Meist wird der Populismus – jedenfalls ist so meine Wahr­nehmung – aus einer Wirkung heraus erklärt. Die Wirkung selbst wird aber nur unscharf beschrieben, provozierend und/oder reaktiv auf ein Verhalten eines Teils der Bevölkerung hin. Politiker, die wir als Populisten bezeichnen, schaffen zwischen sich und dem angesprochenen Teil der Bevölkerung eine Wechselbezüglichkeit, die verbal stark ist und diesem Teil der Bevölkerung Wohltaten verheißt.

Mit dieser sehr unzulänglichen Betrachtungsweise sind wir aber dennoch dem Populismus nicht sehr nahe gekommen, denn verbale Kraftmeierei bei Politikern ist auch ohne populistische Absicherung möglich. Ist Verantwortungslosigkeit ein populistisches Zeichen?

Ich glaube, nein. Auch derjenige, der sich dem populistischen Raum zugehörig fühlt, also vorwiegend in seiner Echokammer verweilt, übernimmt durchaus Verantwortung durch seine Äußerungen und sein Verhalten. Er ist damit einverstanden. Mir scheint der Populist genauso facettenreich zu sein, wie jeder andere Politiker und Bürger auch. Es gibt diejenigen, die systemisch denken, frei nach dem Motto: „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Es gibt Intellektuelle, die den populistischen Gemeinsinn als Möglichkeit begreifen, eigene und fremde Interessen so zu bündeln, dass sie wie ein neues gesellschaftliches Produkt aussehen.

Schließlich wird Populismus nicht nur durch kalkulierte, sondern auch durch freigewordene Emotionalität bewegt, denn daraus kann ein Lebenssinn entstehen, der angepasstes Bürgerverhalten nicht zu zeigen vermag. Populismus ist also nicht monokausal in seiner Ursache, geschweige denn phänomenal eindeutig bestimmbar.

Gerade der Chamäleon-Charakter des Populismus erschwert die Einordnung und die Möglichkeiten, Ihnen zu begegnen. Hilfelose Politiker reagieren auf Populismus entweder mit Abscheu oder Parolen, wie „wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen“ ohne durch geduldige Analyse Ursache und Wirkung zu erschließen. Schließlich kann Populismus auch nur dort gedeihen, wo nicht populistisch orientiere Gesellschaften für die Nahrung vorgesorgt haben, deren sich die Populisten bedienen.

Gelänge es dem Populismus, sich der Gesellschaft insgesamt zu bemächtigen, wäre diese erledigt. Der Populismus aber auch, weil er zwischenzeitlich an seinen eigenen inneren Widersprüchen zerbrochen wäre. Menschen haben es in der Hand, sich des Populismus zu entledigen. Verachtung ist dabei der falsche Weg.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Also sind wir

Wir wurden geboren. Das entsprach nicht unsere Entscheidung. Wir sterben. Das beruht in der Regel nicht auf unserer Entscheidung. Unser ganzes Leben beruht nicht auf unserer Entscheidung. Das Leben wurde uns nicht geschenkt, sondern angeordnet, aufgezwungen.

Unsere Menschwerdung folgt zwar auch einer wesentlichen Entscheidung unserer Eltern, aber nicht nur. Wir wissen, dass es Menschen im Allgemeinen geben muss, damit das Leben auf diesem Planeten seinen ihm immanenten Sinn hat. Das in die Welt geworfen sein des Menschen hat also Sinn und bedeutet doch Last. Was können wir vermeiden, was sollten wir müssen? Was müssen wir ertragen und was wird von uns erwartet?

Das ist zum einen individuell zu beantworten, je nachdem, in welchen Umständen wir aufwachsen, zum anderen aber auch umfassend gesellschaftlich und menschlich. Wir müssen unserem Leben den Sinn zuordnen und uns dieses Vorgangs stets bewusst sein. Sinn zu erhalten, heißt sich zu vergegenwärtigen, dass unser Leben eine Grundlage hat und uns in Verantwortung nimmt für die Erhaltung der Menschheit auf diesem Planeten und aller seiner Lebewesen, der gesamten Natur.

Diese Verantwortung muss gelehrt werden, und zwar beginnend mit den Eltern als immerwährender Lebensunterricht bis zum Tode. Wird unser Lebenssinn und dessen Erhaltung nur einzelnen Aufpassern überantwortet, so stellt sich allseits eine Überforderung ein, sowohl bei den Wächtern als auch bei uns, die wir den Sinn von diesen getroffenen Maßnahmen in unserer kleinen Welt oft nicht begreifen können und ignorieren.

Das gilt für den Klimaschutz gleichermaßen, wie für nicht recycelbaren Müll, Verschwendung und in Kauf genommene Erkrankung infolge persönlicher Vernachlässigung. Da unser Leben sinnvoll ist, muss es der Verschwendung und Zerstörung widerstehen, sonst sind wir die Opfer einer existenziellen Selbstverleugnung. Die Unterweisung in den Fächern Lebenssinn, Menschenwürde und Erhaltung des Planeten sollte nicht nur auf dem Schulplan stehen, sondern auch in jedem Gespräch mit sinnstiftenden Eltern berücksichtigt werden.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Ostern

Ein bekanntes Osterlied beginnt folgendermaßen: „Ostern ist heut, wir sind erfreut, dass Herr Jesu Christ heut auferstanden ist…“ Ganz offensichtlich handelt es sich hierbei um ein Kampflied, welches Zuversicht und den Willen ausdrücken will, schlimmste Prüfungen zu überstehen, wenn der Plan stimmt. Ob der Plan stimmt, wissen wir Menschen oft nicht genau, vermögen aber die Umstände zu spüren, die einen Plan zum Reifen bringt.

Zu Ostern heißt es, dass es der Plan Gottes war, seinen einzigen Sohn zu opfern, damit die Welt erlöst werde. Diese Überhöhung, das heißt Heiligsprechung eines Planes, ist meist nicht möglich, aber doch sind Pläne Ausdruck eines allumfassenden Sinnes, wenn der göttliche Bezug nicht möglich ist. Unserem Lebenssinn entspricht es nicht nur, selbst zu leben, sondern auch Leben zu stiften und dieses zu verteidigen, wann immer es angegriffen wird.

Nicht alle können Märtyrer sein, geduldig die Lasten, die Zerstörungen und die Tode auf sich zu nehmen, die Andere ihnen auferlegen wollen. Der Plan, dem sie sich anvertraut haben, heißt Rettung. Sie machen sich auf die Flucht, wie Mose aus Ägypten oder heute Afrikaner und Araber aus ihren Ländern. Sie haben nicht aus Angst, sondern aus Zuversicht und den Glauben an das Leben eine Entscheidung getroffen. Sie haben damit ein Vorbild geliefert für uns, die wir im Aufbruch und Ankommen ebenfalls ein Beispiel für unser eigenes Leben erkennen könnten.

Soweit sind Flüchtlinge auch unser aller Vorbild und die Bewegung, die entstanden ist, Teil eines Planes, der uns mit einschließt. An Ostern sind wir mit allen versöhnt, und zwar jenseits unserer Religionen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski