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Quick and dirty

„Ehrliche Preise“, das war der Markenslogan eines Teppichhändlers namens Sabet in den 60er Jahren. Er verkaufte Teppiche und später kaufte er das Spandauer Volksblatt. Der Verlag ging pleite. Er war bekannt in Westberlin, in aller Munde. Er verkörperte eine Zeit lange kaufmännisches Geschick. Alles war bei ihm nur Ware. Nun ist ein im Geiste dem Teppichhändler verwandter Zeitgenosse amerikanischer Präsident geworden. Er ist in aller Munde. Die Medien verkünden: „The Trump of the day: Make America great again.“

Aber alles schon da gewesen. Sabet ist gescheitert, Trump wird ebenfalls scheitern. Doch, bis alle dies merken, sich nicht mehr faszinieren lassen von einfachen Parolen, bestimmt Händler Trump das Marktgeschehen and this is simple, Stupid! Wenn der Präsident mit 70 Jahren nicht gelernt haben würde, wie der Markt funktioniert, dann wäre er kein Kaufmann und die kaufmännischen Regeln sind denkbar einfach: kaufen oder nichtkaufen. Stimmt das Angebot? Wie sind meine Chancen? Wird es ein gutes oder schlechtes Geschäft? Welche Vorteile habe ich davon?

Quick and dirty – das nächste Geschäft ist schon in der Entwicklung. Das einzelne Geschäft ist auch nicht so interessant, sondern die Perspektive des Handelns. Dieser Präsident hat etwas vor. Jeder, der eine Firma übernimmt, hat etwas vor. Ob er danach damit Erfolg hat oder im Gefängnis landet, das ist zunächst völlig uninteressant. Wir kennen etliche deutsche Beispiele von Arcandor bis zur Deutschen Bank, von den amerikanischen Beispielen will ich hier nicht sprechen.

Ich liebe Vegas. In dieser Stadt ist alles falsch, fake. Warum sollte man diesen amerikanischen Fakepräsidenten nicht lieben? Alles, was er machen wird, mit dem Spielgeld, was man ihm gibt, ist erklärtermaßen fake. Wir sind fake für ihn und er für uns. Keiner kennt niemanden wirklich. Unser Gespräch mit diesem amerikanischen Präsidenten ist dirty und vielleicht auch quick. Vorbei.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski