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Digital World

Wir leben in einer bereits veränderten Welt. Begriffen haben wir dies allerdings nicht, weil sich unsere Welt noch so analog anfühlt. Unsere Welt gibt es aber nur als Projektionsfläche für eine ganz andere Entwicklung, die durch die digitalen Möglichkeiten provoziert wird. Die digitale Möglichkeit des Handelns bestimmt dann unser Denken und wird es grundlegend verändern.

Digital denken heißt hier nicht produkt- sondern prozessgesteuert zu denken und dabei auf alle Umstände zu verzichten, die diesen Prozess stören. Prozessstörend ist dabei nicht nur das Festhalten an Körperlichkeiten, sondern sind auch Gesetze, Rechtsvorschriften und Regeln, die wir spezifisch so aufgelegt haben, dass sie unsere analoge Welt ordnen.

In der digitalisierten Welt mögen sie aus opportunen Gesichtspunkten heraus noch einige Zeit geduldet werden, Überlebenschance hat allerdings unser bisheriges Regelwerk nicht mehr. Wenn wir nicht ausgegrenzt sein wollen und glauben, ein Bestimmungsrecht über unser Leben zu haben, wird es Zeit, aus digitalem Anspruch und dem Korrelat der Verpflichtung heraus ein neues soziales Netz zu stricken.

Da möglicherweise die Erkenntnis reift, dass konkrete allein warengestützte Lebensmodelle keine Überlebenschance bieten, kommen auch Angebote anderer Art in den Genuss sozialer Aufmerksamkeit. Es eröffnet sich der Markt für Philanthropie und Allmende. Der Mensch, der im digitalen Raum auf sich selbst gestellt ist, vereinsamt weniger, wenn er die unbegrenzten Möglichkeiten des digitalen Raums nutzt, andere Menschen solidarisch zu unterstützen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski