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Inszenierung

Schafft das Leben sich selbst oder darf man es als eine Inszenierung verstehen, als Darbietungen, welche den Regeln oder auch den spontanen Einfällen von Dramaturgen und Regisseuren entsprechen? Aber wo sind die Regisseure, die das Leben, unser Leben und dasjenige der Anderen gelingend macht?

Wenn es diese geben sollte, so wirken sie unsichtbar und aus der Fernem, haben aber ihre Assistenten, die sich stets mit großem Einsatz darum bemühen, den einzelnen Darbietungen und der gesamten Inszenierung, in welche die Stücke eingebettet sind, einen Sinn zu verleihen.

Die Schar der Regieassistenten ist groß und umfasst Kirchenvertreter, Kriegstreiber, Wirtschaftsbosse und tätige Menschen gleichermaßen. Die Inszenierungen werden für das jeweilige Klientel ausgerichtet.

Um aber eine Kakophonie zu vermeiden, hat man verständlicherweise religiöse oder kriegerische Klärungsprozesse als geeignete Bausteine von Inszenierungen zugelassen. Die Genialität der Inszenierungen ist am Applaus zu messen, den sich alle Beteiligten schlussendlich bewilligen. Der Applaus gilt dem Durchhaltevermögen der Beteiligten. Welches Stück gerade gespielt wird, ist dabei uninteressant.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski