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Zu geben ist gerecht

Zu geben sei besser als zu nehmen, so heißt es gemeinhin im Volksmund. Das ist wohl eine Erziehungsparole, vielleicht auch eine Selbstorientierung aber vor allem an die Adresse anderer Menschen gerichtet.

Was ist nun gerecht? Anspruch, Erwartung oder Zuwendung? Wie kann es gerecht zugehen in einer Welt, die von Habsucht, Neid, Missgunst und Eifersucht geprägt ist? Sicher Klischees! Den Menschen zeichnet auch Empathie und Mitgefühl aus, das Mitleiden und Helfenwollen. Wir Menschen leugnen die raffgierige Seite unseres Wesens nicht aber, statt Scham zu empfinden, verteidigen wir unsere Interessen. Wir freuen uns auch über jeden kläglichen Sieg, den wir davongetragen haben und halten die Schäden, die wir anrichten, nicht für die Rede wert und übertrieben. Denn wie gesagt, es sind nicht alle Menschen so, also kann man die Selbstsüchtigen verkraften.

Als selbstsüchtig bezeichnen wir gemeinhin den, der im Leben weitergekommen ist, Geld hat und sich durchzusetzen vermag. Das ist nicht gerecht, finden diejenigen, die sich zu kurz gekommen fühlen. Das Zu-kurz-gekommen-sein drückt sich aus in einem Anspruchsverhalten, d. h. ich verlange, dass der, der mehr hat als ich, alles – zumindest einen Teil davon – mir gibt. Das halte ich für gerecht. Derjenige, der alles hat, hält auch dies für gerecht, denn der andere oder die Generationen vor ihm hätten sich ja auch bereits um entsprechenden Wohlstand kümmern können. Keiner will den Schalter umlegen, weder bei der Besitzstandswahrung noch im eigenen Anspruchsverhalten. Eine entwicklungsfähige Gesellschaft muss auf Ausgleich bedacht sein. Diejenigen, die über entsprechenden Wohlstand verfügen, glauben gerecht zu sein, weil sie Stiftungen gründen und Not lindern.

Das machen einige und in der Tat, dies ist großartig, reicht aber nicht. Erforderlich ist ein Geben als gesellschaftlicher Prozess, der Entschluss damit aufzuhören, sich auf Kosten anderer zu bereichern, gemeinsam ein interessenorientiertes Miteinander mit anderen zu pflegen, das auf Verständnis, Rücksicht und Teilhaberschaft gegründet ist. In diesem Prozess des Gebens und Nehmens muss aber auch der Nehmende sich anstrengen, die Erwartungen des Gebenden zu befriedigen, mitzumachen am gesellschaftlichen Entwicklungsprozess, anstatt darüber zu jammern, dass es einem nicht selbst so gut ginge, wie anderen. Selbstbewusstsein, Stolz und Rücksichtnahme sind drei zu benennende Eigenschaften, die dazu beitragen könnten, nicht das Nehmen, sondern das Geben als gerecht zu empfinden.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Viva Familia! – Projektmotivation

Die Verständigung der Menschen erfolgt durch die Sprache. Sie erschließt Erlebnisräume, vermittelt Werte und hilft bei der Auswahl wichtiger Entscheidungen. Durch sprachliche Kompetenz werden das Selbstbewusstsein gefördert und Aggressionen abgebaut, die darauf beruhen, dass ein Kind sein Anliegen nicht artikulieren kann. Die Förderung der Sprachentwicklung ist nicht nur ein Thema, das Migrantenfamilien betrifft, sondern sie muss überall dort ansetzen, wo überhöhter Medienkonsum, familiäre Belastungen und elterliche Überforderung Defizite entstehen lassen. Sprache ist ein Bildungsschlüssel und eröffnet dem Kind die Chance, ein selbstbewusstes und verantwortungsvolles Mitglied unserer Gesellschaft zu werden.

Eltern, die ihrem Kind erzählen und mit ihm singen, unterstützen das Kind bei der Erschließung seines Sprachraums.

Erzählungen schulen das Einfühlungsvermögen, die Intelligenz und das Sprachvermögen des Kindes.

Singen ist ein persönliches Erlebnis, aber auch ein Soziales. Es stiftet Gemeinsinn und Selbstvertrauen, schult Gehör und Artikulationsfähigkeit. In der Familie zu singen ist nicht nur für die Ausbildung der Musikalität unumgänglich, sondern auch für die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.

Kinder und Eltern, die gemeinsam singen und erzählen, sind sich nahe. Ein Kleinkind, das zuhört, versucht zu imitieren, prägt sich den Charakter von Musik und gesprochenem Wort ein. Wiederholt gesungene Lieder und kleine Geschichten bestätigen das Kind auf seiner Suche nach Verlässlichkeit und Alltagsritualen.

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Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Viva Familia!

Projektmotivation
Die Verständigung der Menschen erfolgt durch die Sprache. Sie erschließt Erlebnisräume, vermittelt Werte und hilft bei der Auswahl wichtiger Entscheidungen. Durch sprachliche Kompetenz werden das Selbstbewusstsein gefördert und Aggressionen abgebaut, die darauf beruhen, dass ein Kind sein Anliegen nicht artikulieren kann. Die Förderung der Sprachentwicklung ist nicht nur ein Thema, das Migrantenfamilien betrifft, sondern sie muss überall dort ansetzen, wo überhöhter Medienkonsum, familiäre Belastungen und elterliche Überforderung Defizite entstehen lassen. Sprache ist ein Bildungsschlüssel und eröffnet dem Kind die Chance, ein selbstbewusstes und verantwortungsvolles Mitglied unserer Gesellschaft zu werden.

Eltern, die ihrem Kind erzählen und mit ihm singen, unterstützen das Kind bei der Erschließung seines Sprachraums.

Erzählungen schulen das Einfühlungsvermögen, die Intelligenz und das Sprachvermögen des Kindes.

Singen ist ein persönliches Erlebnis, aber auch ein Soziales. Es stiftet Gemeinsinn und Selbstvertrauen, schult Gehör und Artikulationsfähigkeit. In der Familie zu singen ist nicht nur für die Ausbildung der Musikalität unumgänglich, sondern auch für die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.

Kinder und Eltern, die gemeinsam singen und erzählen, sind sich nahe. Ein Kleinkind, das zuhört, versucht zu imitieren, prägt sich den Charakter von Musik und gesprochenem Wort ein. Wiederholt gesungene Lieder und kleine Geschichten bestätigen das Kind auf seiner Suche nach Verlässlichkeit und Alltagsritualen.

Projektziel
Das Projekt Viva Familia! dient dazu, Eltern zu ermutigen, das Singen und Erzählen aktiv und bewusst in den Familienalltag zu integrieren. Eltern sollen darin bestärkt werden, ihren Kindern Geschichten zu erzählen und gemeinsam zu singen. Dazu gehört auch die Aufklärung darüber, dass technischen Medien wie CD und DVD kein Ersatz sind für die persönliche Zuwendung der Eltern. Des Weiteren soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie Erzählen und Singen dazu beitragen kann, den Alltag durch Rituale besser zu strukturieren und zu bewältigen.

Das Bildungsinteresse und die Bildungsbereitschaft von Eltern sollen durch Viva Familia! so früh wie möglich, das heißt bestenfalls bereits vor der Geburt des Kindes, gefördert werden.

Die Projektarbeit
Das Projekt Viva Familia! gliedert sich  in zwei Säulen: zum einen werden mit dem Kursprogramm „FilinaIch singe für dein Leben gern werdende und frischgebackene Eltern mit ihren Kindern direkt angesprochen. Zum anderen werden im Rahmen von Patenschaftsprojekten die beteiligten Familienpaten als Multiplikatoren und Vorbilder in Hinblick auf die Themenkreise Singen und Erzählen weitergebildet und angeleitet.

FilinaIchsingefürdeinLebengern!
Seit 2011 hat die Ruck-Stiftung ein Kursprogramm aufgebaut, in dem werdende und frischgebackene Eltern in Kleingruppen das Singen als wohltuende Interaktion mit ihrem Kind kennen lernen. Beruhigende Abend- und Wiegenlieder, belebende Spiellieder und Reime können Eltern und Kinder über den Tag begleiten und helfen, mit kleinen Ritualen den Tagesablauf auch für das jüngste Familienmitglied überschaubar zu machen. Das Kursangebot soll dazu beitragen, bei Müttern und Vätern eine Grundlage für eine ausgeglichene und vielseitige Erziehung und Betreuung ihrer Kinder zu schaffen.

Patenschulung
in
Zusammenarbeit mit Patenschaftsprojekten des Sozialdiensts Katholischer Frauen , Känguru (Diakonisches Werk) und des Netzwerks Gesunde Kinder

Im Rahmen der Frühen Hilfen werden in steigendem Maß Patenschaftsprojekte aufgebaut, mit denen Familien während der ersten drei Lebensjahre ihres Kindes in ihrem Alltagsleben von Familienpaten unterstützt werden. Ziel der Projekte ist es, gefährdeten, aber bislang unauffälligen Familien präventive Unterstützung zu geben und dazu beizutragen, ein harmonisches Familienleben aufzubauen.

Viva Familia! unterstützt diese Patenschaftsprojekte, indem die Paten als Multiplikatoren im Bereich der frühkindlichen Bildung geschult werden und ihnen vor allem die Themen Erzählen und Singen als Mittel der Sprachförderung und als Mittel der Alltagsbewältigung nahe gebracht werden. Weiter wird in den Gesprächskreisen auch darüber gesprochen, welche Barrieren bestehen hinsichtlich des Erzählens und Singens und wie man diese überwinden kann. Die Paten ihrerseits bringen als Vorbilder und Ratgeber das Erlernte in ihre Patenfamilie ein.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski