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Smart Cities

Fast atemlos hetze ich von Veranstaltung zu Veranstaltung, bei denen es um New Solutions, Industries 0.4, Digital Corporations oder auch Smart Cities geht. Sehen wir einmal von den Anglizismen ab, die mehr Ahnungslosigkeit offenbaren als verschleiern, drängt es sich mir auf, darüber nachzudenken, was dieser „Hype“ in der „Community“ bedeutet.

Denkbar wäre anzunehmen, dass die englischen Schlagwörter bereits das gesamte Programm sind. Das wäre aber sicher zu kurz gedacht, denn erst das Programm, das die „User“ auch emotional mitnimmt, schafft es auf einen vorderen Platz im Ranking der Wahrnehmung. Dabei mag helfen, dass man sich zum Beispiel unter Smart Cities alles oder gar nichts vorstellen kann. Zu dem „Alles“ gehört, dass die Bürger sich wohlfühlen, in einer umweltfreundlichen Stadt, die digital und durch E-Gouvernement so gesteuert wird und dass alles hoch effizient gut gelingt.

Das schafft am besten ein selbstreferenzielles System, das alle Daten zu erfassen in der Lage ist, die Algorithmen wüten lässt und aus allen erfassba­ren Daten die „Convenience“ kocht, die den Stadtbürger zufrieden stellen soll. Ist Smart City aber tatsächlich zufriedenstellend? Verbürgt sich dahinter nicht nur eine aalglatte PR-Geschichte, die mit der Bekundung von Transparenz beginnt und mit der digitalen Verknechtung endet? Ist es für eine Stadt erstrebenswert, wenn auf eine smarte Art und Weise sämtliche Rauheiten, schroffen Gegensätze und Interessenswidersprüche eingeebnet und ein ausgeglichenes Leben nach dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ propagiert wird?

Ich zweifle an der Vernunft der umfassenden digitalen Einmischung, wenn diese selbst das Ruder übernommen hat und uns führt frei nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark, aber ich sag dir, wie das funktioniert.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski