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Rumpelstilzchen

Es ist, was es ist, das Ganze und dessen Teil, das Einzelne und die Menge. Es erklärt sich selbst, wenn wir bereit sind, seine Botschaft anzunehmen. Das Unbestimmte hat seine eigene Methode der Entdeckung, den besonderen Zugang zu seinem Verständnis. Diesen verschafft unsere Bereitschaft, uns auf einen integrativen Prozess einzulassen und nicht zu meinen, wir vermögen den Weg jeder Erkenntnis selbst zu bestimmen, gar zu glauben, dieses sei uns vorgegeben.

Auch eine etwa von uns eingesetzte Dechiffrierungsmaschine muss scheitern, denn sie versteht nicht, dass jede Gesetzmäßigkeit sich auch an Opportunitäten und Vorteilsnahmen orientiert. Wie bei Rumpelstilzchen ist alles nur durch eine angemessene Zuordnung, die sich aus dem Anliegen selbst heraus sichtbar macht, erklärbar. Jede Zahl, jedes Blatt und jedes Atom, die großen und kleinen Dinge vermögen sich ausschließlich durch ihre energischen Selbstbehauptungen zu vergegenwärtigen.

Wenn wir uns auf das Verborgene einlassen, dann wissen wir Bescheid, ohne dass wir genötigt wären, den Gegenstand der Betrachtung zu zerlegen oder zusammenzusetzen. Alles kann im gleichen Augenblick manifest und flüchtig dadurch werden, dass wir unser Verständnis zeigen. Wenn wir senderorientiert wahrnehmen und uns gänzlich öffnen, dies mit allen unseren Sinnen und kognitiven Möglichkeiten, bleibt uns das Wesen des Ganzen nicht verborgen. Wir erkennen dann die Muster, die sich selbst entwerfen, als seien sie in Sand oder Schnee gemalt. Jede Erkenntnis ist in uns selbst und dem Gegenstand unserer Betrachtung angelegt. Wir müssen nur lernen, alles zu begreifen. Rumpelstilzchen weist uns einen Weg.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski