Was will der Mensch? Er will sein Ding machen. Sich selbst traut er das zu. Den anderen nicht. Das entspringt seinem Selbstverständnis. Ist Ausdruck seiner Kreativität. Zweifelt er daran, hält er sich sogar für nicht fähig, etwas alleine zu tun, dann zieht er es vor, überhaupt nichts zu tun. Das ist nicht mein Ding! So ähnlich lauten die Parolen, die Abschottungen gegen andere Ideen. Was ist der Grund? Womöglich das mächtige Gerangel um den besten Futterplatz. Das archaische Prinzip. Wir locken mit unseren Ideen, verführen, tricksen und täuschen und wollen andere in dem Glauben lassen, wir hielten auch ihre Taten für wichtig. Tatsächlich geht es aber um uns, um das Pflegen der Netzwerke mit dem Ziel, unsere Projekte besser zur Geltung zu bringen. Gibt es hier Absagen, gefährdet das unser Projekt, schafft Missmut und Distanz. Jeder macht Seins. Alleine kommen wir aber selten weiter, es sei denn, wir verfügten über so viel Geld, dass andere uns unterstützen, um an unser Geld zu gelangen. Wie können wir den Schalter umlegen? Möglicherweise dadurch, dass wir uns helfend anderen anbieten, überhaupt darauf verzichten, nur das Eigene zu verfolgen, sondern eher das andere Anliegen tatkräftig fördern. Dies natürlich erwartungsfrei, was Belohnungen angeht, aber deutlich in dem Bewusstsein, dass Hilfsbereitschaft auch als Schwäche ausgelegt werden könnte. Die Hilfsbereitschaft muss daher mit dem Signum des Erfolgs versehen werden. Die Unterstützungsleistung selbst genießt den Vorrang vor dem Einzelnen oder dem Projekt, welches unterstützt wird. Dies scheint auf dem ersten Blick anmaßend zu sein, stellte aber den sinnvollen Ausgleich zwischen den Erwartungen des Gebenden und des Empfängers dar. So wird Geben gerecht.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski