3. Bildung als ganzheitliche Erfahrung des Menschen

Ich will aufzeigen, dass Bildung keine abstrakte Herausforderung der Gesellschaft gegenüber dem Menschen darstellt, deren einziger Zweck allein darin besteht, institutionell erfasst und verarbeitet zu werden. Bildung ist vielmehr eine konkrete Herausforderung, eine Chance für jeden einzelnen Menschen, der er sich in seinem Leben mit Genugtuung stellen kann. Bildung ist nicht Selbstzweck. Sie ist nicht bestimmten Menschen und bestimmten Schichten zugehörig. Sie erfreut und erbaut nicht nur, sondern ist entscheidend verantwortlich für Lebensmuster. Der gebildete Mensch muss sich nicht jegliche spirituelle und materielle Erfahrung selbst erarbeiten, sondern kann vielfältige Bezüge zu anderen Menschen und deren Gedanken schaffen und seine Möglichkeiten, ein sinnerfülltes Leben zu führen, dadurch verstärken. Unabhängig von diesem sehr individuellen Aspekt ist Bildung aber auch diejenige Matrix, die es den Menschen erlaubt, gemeinsam geistige Erfahrungen zu verarbeiten, d. h. gemeinsam davon zu profitieren, dass Philosophen, Sprachwissenschaftler, Kulturschaffende, Künstler, Theaterleute und viele andere Menschen einen Fingerzeig für neue Schöpfungen gegeben haben und diese bewahren.

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Hans Eike von Oppeln-Bronikowski