6. Bildungsstrategien

Bildungsstrategien haben die Öffnung des Menschen für Bildungsangebote im Auge. Die Bildungsvermittlung beruht daher auf folgenden Faktoren:

  • ƒ Bildungserkenntnis
  • ƒ Bildungsbereitschaft
  • ƒ Gestaltung des Bildungsumfeldes
  • ƒ Bildungseinrichtungen
  • ƒ Bildungswerkzeuge
  • ƒ Bildungskommunikatoren.

Die Schaffung eines Bildungsumfeldes geschieht durch Schaffung von Bildungsräumen.

Auch wenn die Ausrufung von Schiller- und Einsteinjahren, die Diskussion über Heidegger u. a. von einer interessanten Bildungslandschaft zeugen, so können diese Vorgänge gleichwohl nur komplementär wirken. Bildung muss den Menschen nicht durch Schlagworte erschrecken oder ihn durch ein fest gefügtes Bollwerk von Behauptungen, Analysen und Bezügen überfordern. Bildung beruht nicht auf leeren Sätzen, wie sie etwa im Einsteinjahr überall zu lesen waren, sondern in der Pflege zarter Erkenntnispflänzchen, die erstarken können. Dies geschieht z. B. dadurch, dass mehrfach im Jahr Menschen, die keinen selbstverständlichen Zugang dazu haben, eingeladen werden, im Theater, im Konzert oder in der Oper Platz zu nehmen. Auch kann man diese Menschen bitten, das was ihnen nahe geht, aufzuschreiben und darüber zu diskutieren. Statt Parolen von Geisteswissenschaftlern und Politikern sollte auch Lyrikern mehr Raum für ihre Werke gegeben werden. Diese beinhalten Metaphern, die jenseits des aktuellen, jederzeit reproduzierbaren Verständnisses von vielen Menschen – gerade von sogenannten einfachen Menschen – schnell begriffen werden können. Wir müssen eine Ermutigung in der Literatur zulassen, die dem Menschen Orientierung zu geben vermag. Die Behauptung ist nicht abschließend, weist aber die Richtung zu mehr Originalität und unbekümmerterem Umgang mit der Bildung, als es die Bildungsverwalter und Archivare vermögen.

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Hans Eike von Oppeln-Bronikowski