Ein Mensch benötigt Informationen, um zu entscheiden. Allerdings bedienen Informationen die Neugier des Menschen. Diese ist in seiner Entwicklung angelegt. Wäre der Mensch nicht neugierig, bliebe er bewegungslos. Die Neugierde des Menschen wird durch die Medien bedient. Dies geschieht durch Direktkontakte an den Brennpunkten unserer Welt durch Zeitungen, Zeitschriften und Bildberichterstattung in Film und Fernsehen. Selbst der direkteste Bericht wirkt allerdings entscheidend distanziert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass wir sofort umblättern oder weiterschalten können.
Wir wählen unsere Informationen entsprechend unserer Geistes- und Gemütsverfassung. Durch diese Vorauswahl wird die Information individualisiert. Sie erreicht uns sozusagen persönlich, gestattet Emotionen und Reflexionen fernab jedes eigenen Sinnes. Gleichsam spiegelbildlich werden wir mit dem konfrontiert, was anderen im besonderen Maße verkäuflich erscheint. Information ist Ware. Dafür wird bezahlt. Der Preis steigt mit jeder Indiskretion oder Brutalität. Darauf haben sich auch die Akteure eingestellt. Sie präsentieren sich gerne in der Pose des Eroberers oder des Bösewichts. Der Zuschauer, der Zuhörer will den Bericht, die anderen wollen, dass über sie berichtet wird. Gleichwohl entsteht etwas Neues, etwas sehr Privates auf Seiten des Konsumenten. Durch ständige Erneuerung der Informationen und deren Verarbeitung durch die Menschen gestalten sich Erfahrungen jenseits des eigenen Erlebens.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski