Pegida/AfD etc.

Alternativen gibt es immer. Die Frage ist nur, ob und wie wir sie nutzen sollten. Diejenigen, die keine Skrupel haben, am Montagabend in Dresden oder anderen Städten auf die Straße zu gehen und zu behaupten, sie seien das Volk, haben den Schulterschluss mit anderen gefunden. Sie sind dabei Verbündete unterschiedlichster Couleur. Wird es aber auch so bleiben?

Ich glaube nicht. Die Neonazis werden sauer werden, dass ihnen die AfD ihre Show stiehlt. Pegida will eigentlich nicht in die Parlamente, sondern auf der Straße skandieren und skandalisieren. Aber die AfD ist eine Partei. Sie muss in die Parlamente, um für ihre Anhänger glaubwürdig zu bleiben. Sie sind dann schon keine Trojanischen Pferde mehr, sondern die Verantwortlichen der AfD wissen, dass sie die präsenten Wirtsleute der Neonazis, Pegida und alle Dagegenseienden und Verschwörungstheoretiker Deutschlands sind.

Ob dieses Zweckbündnis allen gefallen wird? Wohl kaum. Über eher kurz als lang werden sie streiten, sich gegenseitig zermürben und peu á peu zerlegen. Ob man sich das wünscht oder nicht, ist dabei völlig gleichgültig. Das Verhalten ist typisch deutsch. Darauf kann man sich verlassen. Wir sind ein Volk.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski