Im Brandenburg Gate Museum der Triad veranschaulichte Herr Dr. Parag Khanna, wie anders die Welt ist, wenn man sie nicht in ihren nationalen Grenzen, sondern kommunikativ begreift. Kommunikativ heißt hier, über die Welt Netze zu legen, Netze der Straßen, Schienen, Flüge und Versorgungen. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende, das Gemeinsame wird dadurch deutlich. Zu sehen ist aber auch, wo Verbindungen entweder niemals geschaffen oder gekappt wurden. Es gibt Gebiete mit äußerst schwachen Netzen und solche, die aus einem Netzklumpen zu bestehen scheinen. Das sind industriell, durch Kaufkraft und Konsum erschlossene Gegenden mit hoher Dichte an Menschen und ihren Bedürfnissen.
Hotspots sind dabei die großen Städte, die ihre privilegierte Situation leuchtend behaupten. Jenseits der großen Städte aber und ihre anfälligen Vernetzungen zeigt der ungenutzte Raum, dass wir viel erreichen könnten, wenn wir ihn nutzten und nicht national einhegten. Die kommunikative Entwicklung über Grenzen hinweg entspricht der Evolution, die sich unserer Synapsen bemächtigte, also zur Nutzbarmachung unseres Gehirns führte und heute sich auszudehnen vermag, aus dem Mikro- in den Makrokosmos.
Think global, act local. Künftige Generationen werden dies nicht nur als Ansporn begreifen, sondern als eine reale Selbstverständlichkeit.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski