Buss words

„Buss words“ sind Klingelworte. Sie sollen uns erreichen, neugierig machen, Emotionen wecken und aufstacheln. Typische Klingelworte sind „Nudging“, „Achtsamkeit“ und „Nachhaltigkeit“. Das ist nur eine geringe Auswahl derjenigen Worte, die im öffentlichen Raum summen und brummen, Betroffenheit oder Aufmerksam wecken.

Diejenigen, die Klingelworte nutzen, sind die Meister, die sie virtuos nutzen, Gesellen und Lehrlinge sind in der Mehrzahl die Ahnungslosen, die noch Auszubildenden. Alle verbindet der meditative Raum des Wichtigen, des Notwendigen und der Möglichkeit. Klingelworte sind Kontrastworte, zeigen angeblich den Kontrast zur Dummheit und zur Bildungsferne.

Auf mich wirken Klingelworte allerdings überheblich, abgedroschen und selbstbespiegelnd. Meist werden diese Worte ihrer ursprünglichen Bedeutung entkleidet, schaffen wohlfeile Argumentationsreibungen ohne Inhalt und verlieren sich im Ungefähren. Sie entsprechen zudem einer Erwartungshaltung, die nicht der Meister des Worts an sich selbst richtet, sondern an die Anderen, die Lehrlinge, oft vielfach sekundiert durch die Gesellen.

Statt ständig die Selbstbetrachtung zu feiern und dies mit Klingelworten aufzuhübschen, sollten die Meister in die Welt gehen, sich einlassen auf das Wissen, das Empfinden und die Leistungsbereitschaft anderer Menschen. Eine echte menschliche Rückbezüglichkeit, die lösungsorientiert ist, kann auf Klingelworte verzichten.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski