Vuka

Vuka bezeichnet Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz. Die Begriffe, die in diesem Akronym stecken, sollen unternehmerische Chancen in der Arbeitswelt bezeichnen. Details hierzu vermittelt unter anderem Wikipedia.

Zutreffenderweise wirken alle zusammenfassenden Wortschöpfungen gleichsam bedeutsam, d. h. der Begriffsempfänger lässt sich beeindrucken, versucht zu verstehen und wiederholt das Akronym solange bis es in seinen Gedanken festsitzt. Ob dies gleichermaßen für die dahinterstehenden Begrifflichkeiten gilt, ist fraglich. Aber selbst dann, trotz Wikipedia und weiterführenden Deutungswerken erschließt sich nicht ohne Weite­res der Sinn und vor allem der Nutzen des Begriffes. Wie verhält es sich mit Unsicherheiten, heute und früher? Wie verhält es sich mit Mehrdeutigkeiten, heute und früher? Verschafft Internet Macht, wie zum Beispiel beim „Generation Clash“ in Honkong? Schafft das Internet Abhängigkeit, wie in China oder weltweiten Anerkennungsfrust? Was werden die Jobs der Zukunft sein? Werden Beschäftigungsverhältnisse, wie wir sie kennen, keine Perspektive haben? Gibt es noch verlässliche Prognosen für das Wirtschaften in bekannten Bahnen?

Es ist schon erstaunlich, wie wir uns an Unsicherheiten abarbeiten, vorhandenen wie erfundenen. Wir versuchen uns in ständiger Selbstreflexion zu behaupten, misstrauen aber jeder Selbstversicherung unserer Wahrnehmung, unseres Urteils und dem Gestaltungswillen künftiger Generationen.

Kein Akronym kann hinlänglich die Wirklichkeit beschreiben, noch uns Rezepte für die Bewältigung der Zukunft liefern. Hilfreich wäre es, sich auf die eigene Kraft der Gedanken und Gefühle zu besinnen, um daraus soziale Muster zu formen, die betreutem Denken widerstehen und „Selbstoptimierung“ in einem verantwortlichen Umgang mit anderen Menschen und den Herausforderungen der neuen Zeit erlauben. Wir Menschen machen sicher nicht alles richtig, sind aber fähig, unpassende Verhaltensweisen zu korrigieren.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski