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Rotationseuropäer

Wie bitte? Sie haben noch nie etwas von einem Rotationseuropäer gehört? Das verwundert nicht, macht aber neugierig auf eine Begriffsdefinition, die Sie selbst liefern. Dass Sie dies tun sollten, beruht auf einem einfachen Grund. Ich weiß nämlich auch nicht, was einen Rotationseuropäer ausmacht, bin aber gespannt auf Ihre fantasievolle Beschreibung.

Ich gebe ein paar Stichworte. Sind es vielleicht Europäer, die von einem Land in das andere europäische Land reisen? Sind es vielleicht Arbeitnehmer, die nach den an sie gestellten Anforderungen zum Beispiel auf dem Bau oder in der Spargelernte von Arbeitgebern durch europäische Lande durchgereicht werden? Oder sind es gar Asylanten mit eingeschränktem Bleiberechte, die entsprechend eines europäischen Aufteilungsschlüssels – soweit möglich – quotengerecht in Europa verteilt werden?

Alles erscheint denkbar, liefert womöglich auch das Stichwort für einen künftigen Verteilungsschlüssel bezüglich sämtlicher Europäer, um eine vielfach angemahnte Gerechtigkeit zwischen Ländern, Städten, Gebieten und gar Nationen zu schaffen. Deutsche sollten nach Frankreich aufbrechen, die verbleibenden Deutschen ergänzen sich durch „Brexit-Flüchtlinge“ aus Großbritannien. Alles natürlich auf Zeit. Rotation heißt Bewegung. Wir rotieren also europäisch weiter und reichen Skandinavier nach Italien durch, Ukrainer nach Portugal und Finnen nach Malta.

So entsteht überall Bewegung, Dank der Rotation kommen Engländer dann irgendwann wieder auf die Insel zurück und polyglotte Türken in das Land ihrer Väter. Sie alle haben dann mächtig viel von dem zu berichten, was sie unterwegs erleben durften und freuen sich auf die nächste Rotation. Make Europa great again!

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski