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SYSTEM LEBEN

Das Leben als ein System zu bezeichnen, stellt eine Selbstherausforderung dar, der ich mich gerne stellen werde. Das Leben umfassend beschreiben zu wollen, wäre vermessen. Es spiegelt sich wider in den Gesetzen der Natur, unserer Fähigkeit zur freien Entscheidung und gegebenenfalls auch in dem, was wir überhaupt nicht wissen, allenfalls ahnen und was möglicherweise auch mit der Spiritualität des Menschen zu tun hat. Mein Anliegen ist, bestimmte Aspekte des Lebens zu benennen und sie untereinander in einen Beziehungszusammenhang zu stellen. Dies zum Einen, weil es jedem Einzelnen von uns die Gelegenheit bietet, sich darin zu reflektieren, andererseits auch deutlich wird, dass eine Orientierung, d. h. die Ausrichtung an einer systematischen Ordnung unseres Denkens und Handelns geeignet sein kann, Lebensfreude, Neugier und Bewältigungswillen für unsere Probleme zu schaffen. Eine umfassende Darstellung ist weder gewollt, noch kann sie geleistet werden, sondern jeder ist berufen, durch eigene Gedanken, Erfahrungen, Forschungen und gedanklichen Austausch mit anderen dazu beizutragen, dass das Leben im Sinne aller Menschen, sowohl der kommenden als auch der alten Menschen, ein herausforderndes, aber vor allem erfülltes Leben ist.

Zunächst benenne ich den Aspekt Bildung. Bildung setzt bei dem noch nicht geborenen Leben an. Eltern und unsere ganze Gesellschaft müssen sich auf das kommende Leben vorbereiten, dessen Erwartung begreifen und schon vor der Geburt bereit sein, sich auf die Ausbildung des neuen Lebens einzulassen. Es sollte ferner ein persönliches Interesse an der Gesundheit bestehen. Im Sinne der Erhaltung des Lebens ist aber auch die gesamte Gesellschaft aufgerufen, die Bedingungen für die Gesundheit systematisch zu überdenken und Fehleinstellungen sowohl im allgemein präventiven Bereich als auch im medizintechnischen oder vor allem im persönlichen Bereich zu korrigieren. Die Stärkung des Lebenswillens des Menschen und dessen Heilung ist ein komplexes Thema und hat entscheidend mit unserer Einstellung zum Leben zu tun. Wie wir leben, ist ein weiterer Aspekt im Rahmen dieser Betrachtung. Wir leben in Räumen als müssten wir uns gegen einen Feind verteidigen. Im Englischen heißt es konsequent: „My home is my castle.“ So ist es geblieben, wir haben die Schotten dicht gezogen, obwohl die Ansprüche einer sich verändernden Welt eigentlich  Einfluss auf die Plätze unserer Begegnungen  haben müssten. Welchen eigenen Weg wir finden, um unser Leben zu meistern, bleibt uns überlassen. Wir alle können uns gegenseitig nur Angebote machen, die wir beherzigen wollen, verändern oder ablehnen. Das Wunderbare am Leben ist seine Vielfältigkeit. Diese zu stärken und zu erhalten, ist das Anliegen der hier vorliegenden Studie.

Viel Vergnügen!

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Kultur in Europa, Teil 4

Die Europäische Kulturverfassung trägt den Gemeinsamkeiten der kulturellen Entwicklung in Europa Rechnung, aber auch den starken regionalen Unterschieden. Die Kulturverfassung will diese Unterschiede erhalten; ferner Gelegenheit geben, das Gemeinsame  an  der  kulturellen  Entwicklung  zu  beleben,  das  Vergangene  zu  bewahren  und  Zukunftsperspektiven  auch  mit starken gesamteuropäischen Akzenten in allen kulturellen Bereichen, der Wissenschaft, Forschung, Lehre und der Bildung zu schaffen.

Die Europäische Kulturverfassung schützt den Einzelnen bei der Ausübung und der Rezeption von Kunst und Kultur, stärkt den Erfindergeist und ermutigt diejenigen, die Visionen und Utopien für die menschliche Zukunft entwickeln.

Die Europäische Kulturverfassung fördert das bürgerschaftliche Engagement, finanziell und ideell für die kulturelle Entwicklung Europas einzutreten.

Die Europäische Kulturverfassung schützt und bewahrt nicht nur das europäische Kulturerbe und setzt sich für dessen Erhalt ein, sondern  eröffnet  auch  den  permanenten Dialog  mit  fremden  Kulturen  und  Vorstellungen  und  verschließt  sich  auch  deren Einsichten nicht.

Sämtliche staatliche Institutionen sind dazu aufgerufen, die Pluralität zu erhalten und zu fördern, kulturelles Erbe zu bewahren und jedem zugänglich zu machen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski