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Rendite

Unser Denken wird stark von unserem Anspruchsverhalten bestimmt. Wenn etwas von uns verlangt wird, messen wir unser eigenes Verhalten daran, was es uns bringt. Der Nutzen wird überwiegend finanziell bestimmt. Renditeerwartungen sind der Seismograph unseres Verhaltens. So funktioniert dies im persönlichen Bereich, wie auch im wirtschaftlichen und politischen Raum.

Sollen zum Beispiel Schulen gebaut, Wohnungen errichtet oder sonstige Infrastrukturmaßnahmen geschaffen werden, zunächst geht es immer nur um Geld. Was kostet das und erst nach Schaffung einer finanziellen Übersicht machen sich die Verantwortlichen an das Umsetzen. Unser Gestaltungswille ist vom Geld bestimmt.

Dabei vergessen wir, dass wir nicht nur persönlich, sondern auch in der Gemeinschaft eine Verantwortung tragen und darauf angewiesen sind, dass das Werk gelingt. Es kommt daher nicht auf das Geld, sondern auf den guten Plan und die Wege der Umsetzung, die Partizipation und dann erst auf die Kompensation an. Das Machen kommt vor dem Geld und nicht anders herum.

Mit anderen Worten, nicht das Geld bestimmt das Tun, sondern ist lediglich ein Mittel des Ausgleichs. In den Gemeinschaften, aus denen wir stammen, kam es auch nicht auf die Kompensation, sondern auf die erwartende Verpflichtung des Einzelnen an zu handeln. Stakeholder Value, vor Shareholder Value entsprach common sense in allen archaischen Gemeinschaften. Diejenigen, die stets nur ihre Renditeerwartungen vor Augen haben und nicht vor allem an den sie verpflichtenden Beitrag des Schaffens denken, übersehen, dass sich nur das Werk und nicht das Geld für sie auszahlt.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski