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Gesundheit

Dass der Mensch selbst verantwortlich für die Erhaltung seiner Gesundheit zu sorgen hat, dürfte allgemeiner Konsens sein. Es gibt allerdings einige Problemfelder, die dazu zwingen, die Gesundheitsvorsorge für die Bürger, und nicht nur die Bürger unseres Staates, zu überdenken.

Zwar ist es gelungen, schwerwiegende Krankheiten zu beseitigen oder zu marginalisieren, aber in einer global orientierten Gesellschaft ist es naheliegend, dass neue Krankheiten entstehen, die sich dann in Windeseile ausbreiten. Es ist darüber nachzudenken, ob nicht ein Gesundheitsfrühwarnsystem eingerichtet werden muss, welches dann entsprechend der Flugüberwachung grenzübergreifend Maßnahmen einleiten kann, die Krankheitsbelastung unserer Bürger früh erkennt und bereits Gegenmaßnahmen einleitet, bevor sie unmittelbar wahrnehmbar sind.

Eine gesundheitsbewusste Gesellschaft erwartet von Ärzten und Krankenhäusern, dass sie mit Pharmaprodukten versorgt werden, die ihnen nicht schaden und überdies wirksam sind. Dies bezieht sich auch auf Untersuchungsmethoden, Analysen und Einschätzungen zur Beseitigung störender Einwirkungen auf die Gesundheit. Kranke Menschen müssen den ihnen unterbreiteten Angeboten vertrauen, da sie keine Möglichkeiten haben zu prüfen, ob die Mittel wirksam sind oder nicht. Objektive Kriterien sind dabei meist schwer zu erlangen, da große Pharmaunternehmen oder eine gut organisierte Ärztelobby erfolgreich in der Lage ist, die für die jeweiligen Unternehmen oder Ärzte gewünschten Effekte zu organisieren. Es wird daher zu prüfen sein, ob unsere Gesellschaft nicht entschiedener, ggf. auch strafrechtlich auf Marktmacht orientierte Vorhaben im Gesundheitsbereich reagiert.

Dank unserer geänderter Lebensformen haben sich die Lebenserwartungen der Menschen ebenfalls geändert. Dies führt nicht nur zu einer Erhöhung der Altersgrenze bis zum Tode, sondern schafft erhebliche Probleme im gesamten Versorgungsbereich für ältere, aber auch für jüngere Menschen. Unser Körper ist nur unzureichend auf dieses längere Leben vorbereitet, durch Altersdemenz, Diabetes und zum Beispiel Osteoporose wird das erwartete längere Leben behindert. Unsere Gesellschaft muss darauf reagieren, zum Einen durch Aufwertung des Pflegedienstes, zum Anderen durch noch entschiedenere Gesundheitsaufklärung und schließlich durch die Entscheidung, ob und wie lange das Leben eines Menschen erhaltungswürdig ist. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das heißt auch, dass älteren Menschen nicht alles zugemutet werden kann, um ihr selbstbestimmtes Leben zu verlängern. Die Gesellschaft muss auch die Kosten-Nutzen-Anlayse führen und entscheiden, wie sie mit den gewachsenen Ansprüchen der älteren Menschen auch in der Verantwortung gegenüber den jüngeren Menschen umgehen. Dabei sind spirituelle Herausforderungen ebenso zu bedenken, wie technische, finanzielle und kulturelle Aspekte.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski