Schlagwort-Archive: die logischen Argumente auf vier Fragen

Catuskoti

Neulich las ich bei Wikipedia über Catuskoti, wobei es um die logischen Argumente auf vier Fragen geht, die Buddha gestellt werden und Buddha dabei auf alle Fragen, ob etwas existiere oder nicht existiere antwortet, dass er das nicht behaupte.

Mir ist dabei aufgefallen, dass es bei der Beurteilung, die hier exemplarisch mit Buddha verbunden, aber auch sonst bei logischen Fragestellungen praktiziert wird, meist nicht um den Gegenstand der Betrachtung geht, sondern um das Urteil des Betrachters. Müsste es nicht aber so sein, dass Logik sich nicht an dem begrifflich bereits Festgelegten orientiert, sondern an der Rückbezüglichkeit vom Gegenstand der Betrachtung zum Betrachter selbst?

Wer ist der Betrachter, welche Maßstäbe legt er bei seinen Betrachtungen an? Welche Begriffe wählt er und warum? Eine nicht statuarische, sondern prozessuale Vorgehensweise bei der Gestaltung eines logischen Prozesses lässt möglicherweise die Sprache verstummen, wenn sie aufgrund ihrer Vorbefasstheit keine Antwort darauf hat, was logischerweise richtig oder falsch ist. Logik ist nicht die Dopplung von Objekt und Betrachtung, sondern eine Stimmigkeit, die wir versuchen zu dechiffrieren, dabei zerlegen und mühevoll versuchen, wieder auf einen Nenner zu bringen, was wir dann als logisch bezeichnen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski