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Fußballweltmeisterschaft

Deutschland ist ausgeschieden! Deutschland? Das frage ich mich. Dass die Spieler die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, bezweifle ich natürlich nicht. Sie sind nun mal Passdeutsche, mit oder ohne Migrationshintergrund, ob sie sich als Deutsche fühlen oder als Engländer, Spanier, Italiener, Polen oder Amerikaner. Völlig belanglos ist natürlich auch, in welchem Fußballclub sie weltweit seit längerem spielen, wo Familie und Kinder leben, möglicherweise ihre Kinder geboren wurden und ob diese vorwiegend oder ausschließlich spanisch, polnisch, kroatisch oder japanisch sprechen. Aus einem breiten Angebot der Bewerber werden vom Bundestrainer 11 Spieler mit deutschem Pass ausgewählt, von den Ersatzspielern nicht zu sprechen.

Das bedeutet bei 80 Mio. deutschen Einwohnern und geringfügig weniger Passdeutscher und 30 Mio. aktiven oder passiven Fußballspielern 11 Spieler, die Deutschland verkörpern. Für mich ergeben sich da Unstimmigkeiten, die dringend geklärt werden müssen. Wie kommt es, dass 11 Spieler, die ansonsten irgendwo in dieser Welt spielen, 30 Mio. deutsche Fußballer bei der Weltmeisterschaft repräsentieren?

Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir sie oder den Bundestrainer jemals gewählt hätten? Und dennoch sollen wir unseres deutschen Gemüts wegen mit ihnen mitfiebern, für sie schreien, Bier trinken, tröten und konsumieren. Wir sollen es auch ertragen, dass nicht etwa sie, sondern Deutschland verliert, also wir 30 Mio. Fußballdeutsche, obwohl sich nur 11 Spieler erfolglos auf einem Fußballplatz in Russland tummelten.

Dass Deutschland verloren haben soll, das geht zu weit, wir haben keineswegs verloren, sondern nur die sich Deutschland anmaßenden Spieler einschließlich ihrer Funktionäre. Entweder bekommen wir künftig ein Mitspracherecht oder die Spieler und ihre Funktionäre müssten sich ein anderes Land suchen, dass nicht so bekloppt ist, diese nicht im eigenen, sondern im Landesnamen verlieren zu lassen. Wir sind eine große und stolze Fußballernation, oder?

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski