„Der Ball ist rund“, „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ – derartige Binsenweisheiten finden Sie auch im Fußballmuseum Dortmund. Diese Weisheiten sind stimmig und passen eigentlich nicht zu einem Museum. Das Fußballmuseum Dortmund ist auch kein Museum. Es ist Erinnerung, Begegnung und eine Verheißung für jedes nächste Spiel, das kommen wird.
Der Chef der TRIAD Berlin, Lutz Engelke, hat uns die Türen geöffnet und den Weg bereitet für bleibende Erlebnisse, ausgelöst durch konkrete Tatsachen und große Gefühle, wie sie sonst nur in Opern oder Musicals entwickelt werden können.
Ja, das Fußballmuseum Dortmund ist auch großes Theater, Informationsbörse, aber auch Wahrer unserer Erinnerungen. Diese sind stets gegenwärtig, ausgelöst durch legendäre Spiele 1954 und 2014 mit einem Abstand von 60 Jahren, um nur zwei davon zu benennen. Zum Leben erweckte Spieler-Ikonen weisen auf die großen Augenblicke des Fußballs hin, schaffen Verbindungen zu unserer Kindheit, wenn wir uns mit einem der Spiele identifizieren wollen, wenn wir den Ball vor uns hertreiben oder ihn im Tor fangen.
Ja, Fußball ist eben Teil unserer Entwicklung ganz persönlich und in der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Wir sind frei, uns zu dem Ball und zu denen, die ihn treten, zu bekennen, ohne dass wir uns lächerlich machen. Für uns Menschen, und zwar für alle, ist Fußball trotz aller Gegnerschaften von Vereinen und Fußballnationen eine uns bindende Möglichkeit des grandiosen Erlebens von Körperlichkeit, Kampf und Versöhnung.
Die vom Museum vermittelte Sicht auf Fußball lässt Kriege unter Menschen, Hass, Rassismus, Erniedrigung und Intoleranz absurd erscheinen. Ich wünsche mir, dass viele Menschen Gelegenheit haben, sich dessen im Fußballmuseum Dortmund zu vergewissern.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski