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Team

Lasst uns ein Team bilden! Teambuilding ist in der Moderne eine so selbstverständliche Anforderung an eine Verhaltensweise, die – wie zum Beispiel zum Thema „Gendergerechtigkeit“ – keinen Widerspruch zulässt. Wer in einer bestimmten Situation nicht für Teambuilding ist, sondern seinen eigenen Weg gehen will, muss sich vergegenwärtigen, als Ausgrenzer gebrandmarkt zu werden. Nicht stets andere Menschen mit „an Bord zu nehmen“, sondern diese vielleicht sogar abzuweisen, gilt oft als sozial bedenklich. „Gemeinsam sind wir stark“, „we work“, „kooperatives Handeln“ oder „WeQ statt IQ“.

An unserem gemeinsamen Handeln werden wir gemessen, ob in Betrieben, Kultureinrichtungen und sogar privat. Die moderne Form der Teilhaberschaft wird begründet mit ihrem Mehrwert, ihrer demokratischen Legitimation, Inklusion und sozialer Verantwortung. Sie findet ihre Bestätigung in Vereinen, Verbänden, Selbsthilfegruppen und Gewerkschaften.

Neu ist das natürlich nicht. Waren es früher Brigaden oder Volksgemeinschaften, formieren sich heute wieder Gruppen oder Teams, deren Verhalten auf ein gemeinsames Ziel gerichtet ist. Ein solches Verhalten kann wirkungsmächtig sein. Zu befürchten ist allerdings, dass es auch Widersprüche verhindert, Kreativität lähmt und persönliche Verantwortung unterbindet. Deshalb sollte sich jede teambildende Gemeinschaft einem Regelwerk stellen, welches Widerspruch zulässt und niemanden ächtet, der eigene Wege geht, den Nutzen abwägt und sich dem Team verweigert.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski