Goethe wollte sich selbst befragend wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Substantiell können Forscher dies heute sicher nachweisen. Weitgehend sind die Forscher inzwischen auch mit ihren Analysen in den Weltraum vorgedrungen und können das interstellare Gefüge so beschreiben, dass auch hier jedem eine Ordnung vermittelbar ist.
Es soll einen Urknall gegeben haben und dann stoben Partikel in einen unendlichen Raum, gestalteten Galaxien und verantworteten nicht sichtbare Materie, weil deren Gravitation so schwer war, dass sie selbst das Licht verschlungen hat. Das Universum vermessen wir nach Lichtjahren und machen es nach unserer Einschätzung einigermaßen gefügig. Selbst Hawkings hat schon über Parallelwelten spekuliert, die allerdings ähnlichen Gedankenmustern gehorchen müssen, wie die Welten, die wir als erfassbar begreifen.
Sehen wir jedoch einmal davon ab, was uns der Mystizismus anbieten könnte und unterstellen wir die Wirksamkeit des Urknalls, müssen wir uns doch eingestehen, dass wir überhaupt nicht einschätzen können, was diesen Urknall zwingend ausgelöst hat und wie der Raum tatsächlich beschaffen ist, in dem sich seither das gesamte Spektakel vollzieht. Alles, was wir wahrnehmen können, beruht auf unseren Annahmen, unserem Verständnis von Zeit und Raum und unserer Sucht nach Erkenntnis, die die eine Erkenntniswahrscheinlichkeit zwingend zur Folge hat.
Wenn sich im Nichts sämtliche Phänotypen des Etwas verbergen, stellt sich uns unwissenden Menschen die Frage, warum sich das „Nichts“ uns mit „Etwas“ offenbart. Aus menschlicher Sicht wäre auch denkbar, dass wir gleichzeitig das Nichts und das Etwas wahrnehmen und nach Opportunitätsgesichtspunkten verteilen. Solange wir selbst die Maßstäbe für unsere Weltenerfahrungen setzen, werden wir stets mit etwas bedacht werden, das dem undefinierbaren Nichts völlig unbedeutend, aber uns existenziell wichtig sein könnte.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski