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Veränderungen

Was ist denn so schlecht an den Hipstern? Eigentlich gar nichts. Was ist schlecht an der Zukunft? Gar nichts. Was ist schlecht an Neuem? Gar nichts. Was ist schlecht an Unkonventionellem? Gar nichts. Was ist schlecht an Einseitigkeiten?

Alles! Diejenigen, die Andere dazu ermuntern, alte Zöpfe abzuschneiden, sehen sich dazu legitimiert, da das Leben Veränderungen benötige. Ja, Veränderungen sind nötig, aber ist es dazu erforderlich, radikale Maßnahmen einzusetzen, wie Zöpfe abzuschneiden? Ich bin mir da nicht sicher. Es ist natürlich möglich, sehr schnell das eigene Aussehen, wie auch das Aussehen Anderer zu verändern, aber dient man dadurch der Veränderung des Wesens selbst?

Sich verändern, beinhaltet begrifflich, dass etwas vorhanden ist, von dem man sich entfernen will. Will der Mensch sich verändern? Er wird älter, Jahr für Jahr, aber selbst, wenn er 100 Jahre alt geworden ist, bleiben ihm Geburt, Kindheit und Jugend und natürlich auch sein Alter als ständiger Wegbegleiter. Wird er sich verändern, dies nicht mehr wahrhaben wollen, wird er sich selbst fremd. Verändern bedeutet daher, Entwicklungen zuzulassen, mehr zu erfahren und zu lernen und diese Bereicherungsmöglichkeit zu akzeptieren.

Wie im persönlichen Bereich, verhält es sich auch im gesellschaftlichen. Es gibt auch dort keine Veränderungen, keine Brüche, die eine kulturelle Vergangenheit vergessen machen könnten oder sollten. Sprache, Sitte und Anschauung sind keine alten Zöpfe, die man abschneiden kann, ohne sich auch gesellschaftlich fremd zu werden. Wir können allerdings zusätzlich gewinnen, wenn wir die Haare offen tragen, uns verschönern, wenn wir alle gestalterischen Möglichkeiten des Lernens und Erfahrens nutzen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski