Einige Worte zur Hugo Tempelman Stiftung für Südafrika. Unter dem Motto „positiv verändern“, unterstützt die Stiftung, deren Treuhänder ich bin, seit 2007 die Arbeit des Arztes Hugo Tempelman und seines Teams beim Aufbau von medizinischer Betreuung und Sozialprojekten in Südafrika, bei der Aids-Aufklärung und bei Langzeittherapien. Das Besondere dieser Stiftung ist neben der Förderung der gemeinnützigen Tätigkeit des Arztes Hugo Tempelman in Südafrika die Möglichkeit, dieses Projekt in Verfahrensschritten wie ‚Copy and Pace’ sowie ‚Social Franchising‘ auch in andere gefährdete Regionen dieser Welt zu übermitteln, zum Beispiel nach Moldawien in enger Kooperation mit anderen dort vor Ort tätigen NGOs (Non-Governmental Organisations). Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, sondern es ist wichtig, sich darauf zu konzentrieren, nachvollziehbare Anliegen und deren Marktfähigkeit im Auge zu behalten, Partner dafür zu gewinnen, diese Anliegen gemeinsam umzusetzen und den Mut zu haben, dies auch konsequent zu tun. Der amerikanische Präsident Barack Obama sagte einmal: „Yes, we can.“ Das dürfte in der Regel zu wenig sein. Unser Bekenntnis muss lauten: „Yes, we will.“ oder „Yes, we do.“ Demjenigen, der handelt, erwächst ungeheure Kraft. Das weiß jeder, der politisch oder auch wirtschaftlich, überhaupt in welcher Funktion auch immer, als Überzeugter unterwegs ist. Deshalb ist es so wichtig, nicht nachzulassen bei der Selbstbefragung: Was kann ich tun, was kann ich besser tun und wie kann ich vielleicht sogar noch umfassender Anliegen befördern, für deren Sinn und Nutzen ich stehe? In der Erkenntnis, dass Kooperationen unabdingbar sind, um die philanthropische Gesellschaft zu formen, haben wir uns mit unseren Partnern zusammengeschlossen, um in Berlin nicht nur Stiftungsberatung anzubieten, sondern werdende Stiftungen sozusagen in Patenschaften zu begleiten und den an der Philanthropie interessierten Menschen eine ständige Anlaufstelle bei unserer „Stiftungs-Task-Force“ zu bieten. Es gibt auch sonst viele Projekte, in die jeder Bürger sich als ´ einbringen kann. Ferner wird er zum Beispiel Mitglied eines Stiftungskuratoriums oder Beirats, einer Einrichtung, in der er sich mit Gleichgesinnten zum regen Meinungsaustausch und zur Erörterung der weiteren Möglichkeiten seines Engagements treffen kann.
Nicht vergessen werden soll natürlich die Vielzahl an bereits vorhandenen Gruppenstiftungen, gemeinsamen Stiftungen, Einzelinitiativen und Bürgerstiftungen. Sie alle bieten das verlässliche Fundament für die Entwicklung einer prosperierenden philanthropischen Bürgergesellschaft, die nötig ist als Ergänzung des staatlichen Handelns in unserer Gesellschaft und für sie. Nicht gegeneinander arbeiten Staat und Gesellschaft, sondern sie ziehen nur mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen am selben Strang, können voneinander lernen und sich gemeinsamen Herausforderungen stellen, die leichter und oft auch flexibler gelöst werden können, weil der gemeinnützige, nicht staatliche Akteur unabhängig von politischer Legitimation durch Parteien und Wahlen, aber durch seine Gremien legitimiert äußerst kompetent und wirksam handeln kann. Selbst die Wirtschaft kann von der Philanthropie lernen, und zwar nicht nur unter dem Gesichtspunkt CSR (Corporate Social Responsibility), sondern indem sie sie als Herausforderung hinsichtlich Ideen, Produktion und Vertrieb auf einem global spannenden Markt der sozialen Unternehmen wahrnimmt.
Lassen Sie uns gemeinsam Märkte der Begegnung schaffen, Gelegenheiten kreieren, uns näher kennenzulernen, festzustellen, wie wir voneinander profitieren können und wo wir Gelegenheiten haben, unsere vielfältigen Fähigkeiten zu allseitigem Nutzen fruchtbar einzubringen. Das Leben ist eine wunderbare Herausforderung, sich zu entwickeln, sich zu bestätigen und sich in der Kommunikation mit anderen Menschen seines Daseins zu versichern. Es ist zudem eine einmalige Gelegenheit. Wir sollten sie mit Interesse, Sorgfalt, Genauigkeit, aber auch mit Freude und lebendigem Einsatz nutzen, dabei aber wir selbst bleiben und uns in dem Maße auf andere einlassen, wie wir glauben, dies gegenüber uns selbst verantworten zu können.
Hans Eike von Oppeln-Bronikowski