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Ostern

Ein bekanntes Osterlied beginnt folgendermaßen: „Ostern ist heut, wir sind erfreut, dass Herr Jesu Christ heut auferstanden ist…“ Ganz offensichtlich handelt es sich hierbei um ein Kampflied, welches Zuversicht und den Willen ausdrücken will, schlimmste Prüfungen zu überstehen, wenn der Plan stimmt. Ob der Plan stimmt, wissen wir Menschen oft nicht genau, vermögen aber die Umstände zu spüren, die einen Plan zum Reifen bringt.

Zu Ostern heißt es, dass es der Plan Gottes war, seinen einzigen Sohn zu opfern, damit die Welt erlöst werde. Diese Überhöhung, das heißt Heiligsprechung eines Planes, ist meist nicht möglich, aber doch sind Pläne Ausdruck eines allumfassenden Sinnes, wenn der göttliche Bezug nicht möglich ist. Unserem Lebenssinn entspricht es nicht nur, selbst zu leben, sondern auch Leben zu stiften und dieses zu verteidigen, wann immer es angegriffen wird.

Nicht alle können Märtyrer sein, geduldig die Lasten, die Zerstörungen und die Tode auf sich zu nehmen, die Andere ihnen auferlegen wollen. Der Plan, dem sie sich anvertraut haben, heißt Rettung. Sie machen sich auf die Flucht, wie Mose aus Ägypten oder heute Afrikaner und Araber aus ihren Ländern. Sie haben nicht aus Angst, sondern aus Zuversicht und den Glauben an das Leben eine Entscheidung getroffen. Sie haben damit ein Vorbild geliefert für uns, die wir im Aufbruch und Ankommen ebenfalls ein Beispiel für unser eigenes Leben erkennen könnten.

Soweit sind Flüchtlinge auch unser aller Vorbild und die Bewegung, die entstanden ist, Teil eines Planes, der uns mit einschließt. An Ostern sind wir mit allen versöhnt, und zwar jenseits unserer Religionen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski