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Gedankenwechsel

Meist mit Anglizismen wird in letzter Zeit ein Vorhaben beschrieben, das mit „Mind Change“ und dem Prozess des Changemanagements zu tun haben soll. Damit wird die Erwartung verbunden, dass dann, wenn überhaupt irgendein Wechsel vom bisherigen Denken weg vollzogen sein sollte, sich irgendwelche Probleme lösen ließen. Diese Probleme sind etwa: Klimaveränderungen, Verdichtung der Städte, Vertreibung und Flucht, Alterung der Gesellschaft und Überbevölkerung, um nur ein paar Felder zu nennen.

Dass es Probleme im Großen und Kleinen gibt, um die wir uns kümmern müssen, dürfte jedem klar sein. Das war schon immer so. Nicht ganz klar nachvollziehbar ist mir allerdings die Feststellung, dass die bisherigen Methoden des Denkens und Argumentierens keine Lösungen mehr bieten würden, vielmehr ein „Change of Mind“ erforderlich sei. Darunter mag man disruptive Prozesse verstehen, „Design Thinking“ und was immer da noch angeboten wird.

Ich will das überhaupt nicht herabwürdigen, denn alles, was geeignet sein sollte, Probleme zu lösen, ist hoch willkommen. Aber ist es nicht so, dass wir schon immer ein Problem betrachten, dieses von allen Seiten her einhegen und unter unsere Möglichkeiten subsummieren, um es so zu lösen? Eine Art Relationstechnik, der sich die Lösung jeglichen Problems zu stellen hat. Der Bestandsaufnahme des Problems eröffnet sich die Vielfältigkeit der Betrachtungen aus unterschiedlichsten Perspektiven, die zum Denken in Sinnzusammenhängen veranlassen und durch Anreicherungen mit vielerlei Wissen Lösungen andeuten, die im wahrsten Sinne des Wortes überschlafen werden müssten. Problemlösung ist ein Prozess.

Problemlösung ist auf Zeit angelegt, weil unser Problembewusstsein selbst dann an diesem arbeitet, wenn wir uns dessen zumindest momentan gar nicht bewusst sind. Dies gilt individuell, wie auch kollektiv. Nicht auf hektisches „Mind Change“, sondern nur auf unsere Fähigkeiten, Probleme zu meistern, ist Verlass. Ist es uns gelungen, ein Problem gemeinsam zu erkennen, es in seiner Vielfältigkeit zu beschreiben und eine Lösung aufzuzeigen, steht der Beseitigung dieses Problems schon deshalb nichts mehr im Wege, weil wir nicht von der Beseitigung des Problems, sondern von dessen Erkennen her unseren Weg zur Lösung genommen haben.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Wahrheiten

Nicht selten hört man auch von Fachleuten in jüngster Zeit, dass der drohenden Überbevölkerung nur mit Kriegen und/oder einer Pandemie beizukommen sei. Es würde in nicht allzu langer Zeit nicht mehr ausreichend genug Wasser für die Menschen geben, Menschen ganzer Landstriche aufgrund Wasserknappheit verdursten. Hinzukommen die üblichen Szenarien, die auf Klimaveränderungen zurückgeführt werden. Unser Planet ist massiv bedroht. Wenn der Hebel einmal umgelegt werden würde, gäbe es kein Zurück. Unser menschliches Experiment müsse scheitern. Horrorszenario? Der Verschwörungstheorie nahe? Fake oder Wahrheit?

Irgendwie leben wir so weiter wie immer. Irgendjemand wird es schon richten. So schlimm ist es dann doch nicht gekommen, denken wir zum Beispiel an das Waldsterben. Schonungslose Offenheit? Fehlanzeige! Wir sehen und spüren, wie Völker nach Europa drängen, weil die Probleme der Überbevölkerung und der aggressiven Auseinandersetzung in ihren Heimatländern nicht gelöst werden. Unsere Reaktion: Sie sollen wegbleiben. Unsere Gesellschaft will mit den Problemen möglichst nicht behelligt werden, weil die Gesellschaft aus Individuen besteht, die ohnehin keinen Plan haben.

Also verdrängen wir lieber, was uns bevorsteht. Ist das fair gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern? Was können wir tun? Zunächst einmal müssen wir uns auch im öffentlichen Raum intensiv zu Wahrheiten bekennen, anstatt zu beschwichtigen. Eigentlich wissen wir sehr genau, was wahr ist, wollen diese Erkenntnis aber aus Bequemlichkeit nicht wahrnehmen. Dies zu ändern, wäre der Anfang. Dann muss aber auch gehandelt werden.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski