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Befreiung

Das Leben ist eine ungeplante Last für jeden Menschen. Stets ist er daher auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich von dieser zu befreien, ohne sich zu beschädigen oder gar zu eliminieren. Da ihm materielle und ideelle Vorteile dies zu versprechen scheinen, arbeitet er unentwegt an entsprechenden Konstruktionen.

Dabei erfährt er permanente Unterstützung derjenigen, die ihrerseits meinen, dass sich dies für sie vorteilhaft auswirken wird. Es sind die sich den Menschen bietenden Gewinnmöglichkeiten, gepaart mit Verlustängsten, die das erfolgversprechende Lebensmuster prägen.

So versucht der Mensch alle sich ihm bietenden Möglichkeiten auf eine Weise zu manipulieren, dass sie ihm stets günstig erscheinen. Für die Menschen ist es schwer zu entscheiden, was ihn einsichtig machen, von dem „Geworfensein“ ins Leben befreien könnte. Daher bleibt er in den angestammten Lebensmustern und wünscht sich seine Befreiung – zumindest virtuell, wenn dies gelingen sollte.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

3. Bildung als ganzheitliche Erfahrung des Menschen

Ich will aufzeigen, dass Bildung keine abstrakte Herausforderung der Gesellschaft gegenüber dem Menschen darstellt, deren einziger Zweck allein darin besteht, institutionell erfasst und verarbeitet zu werden. Bildung ist vielmehr eine konkrete Herausforderung, eine Chance für jeden einzelnen Menschen, der er sich in seinem Leben mit Genugtuung stellen kann. Bildung ist nicht Selbstzweck. Sie ist nicht bestimmten Menschen und bestimmten Schichten zugehörig. Sie erfreut und erbaut nicht nur, sondern ist entscheidend verantwortlich für Lebensmuster. Der gebildete Mensch muss sich nicht jegliche spirituelle und materielle Erfahrung selbst erarbeiten, sondern kann vielfältige Bezüge zu anderen Menschen und deren Gedanken schaffen und seine Möglichkeiten, ein sinnerfülltes Leben zu führen, dadurch verstärken. Unabhängig von diesem sehr individuellen Aspekt ist Bildung aber auch diejenige Matrix, die es den Menschen erlaubt, gemeinsam geistige Erfahrungen zu verarbeiten, d. h. gemeinsam davon zu profitieren, dass Philosophen, Sprachwissenschaftler, Kulturschaffende, Künstler, Theaterleute und viele andere Menschen einen Fingerzeig für neue Schöpfungen gegeben haben und diese bewahren.

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Hans Eike von Oppeln-Bronikowski