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Über dem Niveau

Auf Dauer ist das derzeitige Rentenniveau nicht zu halten. Darin sind sich Experten und Politiker einig. Statt die öffentliche Hand sollen Betriebsrenten richten, was der Generationenvertrag nicht mehr zu bieten vermag. Generationenvertrag? Dieses als sinnvolles Instrument der Rentensteuerung einmal erdachte Konstrukt taugt nicht mehr. Tatsächlich leeren sich die Rentenkassen und ein Versprechen in die Zukunft ist nicht mehr zu halten, sondern jeder ist sich selbst auch persönlich der Nächste, die Alten wie die Jungen, gesellschaftlich und privat.

Eine Solidargemeinschaft zu fordern, aber sie dennoch nicht zu bekommen, verschärft die ohnehin dramatische Situation. Worte reichen nicht. Gibt es tatsächlich Alternativen? Vielleicht die Einrichtung einer Generationenbank als Pflichtsparkasse. Das Programm lautet: Du bekommst, was Du zu Lebzeiten eingezahlt hast, sei es an erbrachten Eigenleistungen, sei es an Geld. Du kannst abheben, wenn Du Leistungen benötigst. Zum Beispiel hast Du Leistungen erbracht, die entsprechend bewertet werden und die als Rentenverstärkung nützen, wenn der Pflegeaufwand geringer ist als erwartet.

Ansonsten gilt: Wer Pflegeleistungen erbracht hat, bekommt ebenfalls Pflegeleistungen. Wer gegeben hat, dem wird gegeben. Eine Gesellschaft, die im Übrigen die Aufmerksamkeit wieder für sich entdeckt, wird auch Ehrenleistungen denjenigen nicht versagen, die sich um das Land, die Gesellschaft und ihre Bürger verdient gemacht haben. Dadurch werden Leistungsanreize auch für Menschen geschaffen, die sich mit eigenem Engagement sonst eher zurückgehalten hätten. Je selbstbewusster die Zivilgesellschaft dank der von ihr eingerichteten Generationenbank unter Solidargesichtspunkten selbst für eine würdige Alterssicherung sorgt, desto mehr entlastet dies nicht nur den Staat, sondern kräftigt auch die Bürgergesellschaft.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski