Das beste Alter wird unter Bildungsaspekten unterschätzt. Anstatt das Bildungspotenzial älterer Menschen abzuschöpfen und für unsere Gesellschaft nutzbar zu machen, werden ältere Menschen meist in ihre Privatheit entlassen und ihnen dazu noch erklärt, dass sie allenfalls noch für die Freizeit taugen. Das ist nicht überlegt. Der ältere Mensch ist aufgrund seiner Erfahrungen meist weit bildungsoffener als jüngere Menschen und zudem in der Lage, zusätzlich, und zwar in aller Ruhe auch das zu erfahren und zu bedenken, was er während der stürmischen erwerbsorientierten Zeit seines Lebens noch nicht verarbeiten konnte. Es ist daher naheliegend, Seniorenhochschulen einzurichten und Jüngeren Gelegenheit zu geben, an Veranstaltungen dieser Seniorenhochschulen teilzunehmen, um vom Bildungsreichtum älterer Menschen zu profitieren.
Die Menschen im besten Alter sind besonders bildungsbereit, da sie sich zum Einen im Wesentlichen aus dem Arbeitsleben verabschiedet haben und zum Anderen Ersatz für das Fehlen sozialer Kontakte bzw. Raum für die Vertiefung der eigenen Interessen und Wünsche durch die Bildung geschaffen werden kann. Bildungsangebote für ältere Menschen umfassen ein breites Spektrum insbesondere derjenigen Bereiche, die nicht Gegenstand der unmittelbar beruflichen Tätigkeit gewesen sind. Die Ausbildung von älteren Menschen hat dabei eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion, denn der ältere Mensch erfährt oft größere Anerkennung durch Kleinkinder, Heranwachsende und pubertierende Jugendliche als die Eltern selbst. Die Schaffung eines bildungsfreundlichen Milieus kann daher durch ältere Menschen besonders gefördert werden.
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Hans Eike von Oppeln-Bronikowski