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Gemeinwohl

Mir wohl und keinem Übel. Besser lassen sich gesellschaftsrelevante Verhaltensweisen wohl nicht charakterisieren. Indem ich für mich und die Meinen sorge, denke und handle ich für alle anderen Menschen in dieser Gemeinschaft oder in der Gesellschaft mit, als seien wir alle eine Stiftung oder Genossenschaft.

Die allumfassende Verantwortung für sich und andere ist dabei der Nenner des Erfolgs. Wenn ich für andere mitdenke und handle und diese ebenfalls den Wahlspruch akzeptieren, dass es ihnen selbst gut und den anderen auch nicht schlecht gehen sollte, verflechten sich diese Einsichten zu einem tragfähigen Netz der neidlosen Gemeinsamkeit.

Gemeinwohl schließt Eigennutz nicht aus, wirkt aber stets komplementär. Dadurch, dass man gibt und auch bekommt, werden nicht nur die eigenen Kräfte gestärkt, sondern auch der Horizont des Gebens und Nehmens erweitert. Wer für sich selbst und andere sorgt, leistet, schafft Mehrwert und garantiert Fortschritt. Dass wir gemeinsam stark seien, wurde zwar zumindest früher in einem sozialistischen Kontext behauptet, gelebt werden kann es aber nur in der Erfahrung des selbstverständlichen Handelns für sich und andere. Eigenwohl und Gemeinwohl mildern Ängste, schaffen Vertrauen und öffnen Perspektiven.

Wer gibt, empfängt. Weil es menschlich ist, haben zu wollen, wird jeder aufgerufen sein, in das Gemeinwohl viel zu investieren, um noch mehr für sich selbst zu erlangen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski