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Zertifizierung

Vertrauen  ist  gut,  Kontrolle  ist  besser.  Woher  rührt  das  Misstrauen  gegenüber  der eigentlich guten Sache, die es zu unterstützen gilt? Möglicherweise daher, dass es schwerfällt, eine gute Sache zu definieren. Eine gute Sache ist aus dem Blickwinkel des Gebenden etwas anderes als aus Sicht des Empfängers. Daher ist es erforderlich, eine Annäherung  in  der  Übereinstimmung  beider  Wahrnehmungskreise  herbeizuführen,  um nicht Gefahr zu laufen, dass Anliegen schon deshalb scheitern, weil der Empfänger der Botschaft  bzw.  Destinatär  einer  Zuwendung  das  Gute  einer  Handlung  nicht  erkennt, sondern dahinter eher Eigensüchtigkeiten, Profilierungsinteressen, Entmündigung oder schlicht Abzockerei vermutet. Es ist daher problematisch, wenn die eigentlich gute Sache zuweilen mit Kitsch, zum Beispiel mit anrührenden Kinderbildern, überklebt wird. Mit unschuldigen  Kindern   wird  selbstverständlich   stets  und  gerne  die  gute  Sache  in Verbindung  gebracht,  aber  das  Bild  ersetzt  nicht  die  Überzeugungskraft,  die  dahinter stehen  muss,  um  das  Anliegen  selbst  glaubwürdig  zu  vermitteln.  Glaubwürdigkeit  ist dabei das Schlüsselwort. Es drückt aus, dass der Initiator eines Projektes dem Empfänger Angebote  unterbreitet,  die  dieser  annehmen  kann,  weil  er  mit  dem  Anliegen  an  sich, seiner Zielsetzung, den vermittelten Werten, der Kompetenz der Durchführung und den Perspektiven übereinstimmt. Glaubwürdig: Das bedeutet, die Form der Darstellung ist es wert, dass der Angesprochene darauf vertrauen darf, dass das, was ihm vorgestellt wird, auch gut ist. Es sind also nicht die mediale Verführbarkeit, die rhetorische Überzeugungsfähigkeit, Tricks und Täuschungen die Vehikel, um andere Menschen für gemeinnützige Zwecke zu gewinnen, sondern Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit schafft Vertrauen nicht nur in das einzelne Vorhaben, sondern in die veranlassende Einrichtung selbst und ihre verantwortlich handelnden Menschen, die das Projekt initiieren.

In  dieser  Erkenntnis  zertifiziert  die  Ruck  –  Stiftung  des  Aufbruchs  gemeinnützige Einrichtungen nach folgender Maßgabe:

Eine integre Einrichtung oder Person ist glaubwürdig, schafft Vertrauen in ihr Handeln und befördert dadurch den ideellen und wirtschaftlichen Erfolg des Projekts. Im Übrigen gilt dies für jegliche gesellschaftliche Einrichtung und wird sich daher in allen Lebensbereichen durchsetzen wie jener berühmte Satz, nach dem jedes Projekt gelingt, bei dem folgender Dreischritt gewährleistet ist: Idee, Produktion und Vertrieb. Wenn diese drei Dinge organisiert sind, kann man sicher sein, die entsprechenden finanziellen Mittel – also in der Wirtschaft Kredite, im gemeinnützigen Bereich Spenden für dieses Vorhaben – auch zu erlangen. Unter der Zertifizierung durch die Ruck-Stiftung ist zu verstehen, dass die  Ruck  – Stiftung  des  Aufbruchs  auf  gemeinnützige  Einrichtungen  zugeht,  ihr Verhalten im Sinne der Ruck-Stiftung anerkennt und dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten künftig zum Beispiel auf ihrer Website, in Gesprächen, E-Mails, überhaupt überall wo es geht verdeutlicht. Gleichzeitig bietet die Stiftung an, dass den gemeinsamen Überzeugungen  entsprechende   gemeinnützige  Unternehmen  sich  der  Ruck-Stiftung, ihrer Projektideen und Projekte umfassend bedienen dürfen, damit werben und – wenn es so gewollt ist – sich damit auch schmücken können. Die Ruck – Stiftung des Aufbruchs ist für alle da, eine Gruppenstiftung und nicht das Anliegen Einzelner. In diesem Sinne pflegt die Ruck – Stiftung des Aufbruchs eine umfassende Kommunikation, bietet ihre Projektideen allen Menschen an und verknüpft in allen Bereichen bürgerlichen Engagements unterschiedlichste Einrichtungen miteinander im Sinne einer kybernetisch aufregenden, höchst aktiven und erfolgreichen philanthropischen Gesellschaft.

Die Stiftung Rotary Club Berlin-Humboldt ist partnerschaftlich mit der Ruck – Stiftung des Aufbruchs verbunden, verfolgt ähnliche Ziele, allerdings mit dem Schwerpunkt der Förderung frühkindlicher Bildung unter anderem dadurch, dass Eltern frühzeitig, das heißt schon vor der Geburt ihrer Kinder, auf deren Bildungschancen und Bildungsinteressen aufmerksam gemacht werden. Eltern werden darin geschult, von Anfang an, das heißt unmittelbar nach der Geburt, sprachlich und musikalisch mit ihren Kindern zu kommunizieren zum Beispiel durch Singen, Vorlesen und dergleichen. Erst jüngst hat die Stiftung mit dem deutschen Chorverband eine Initiative gestartet, Eltern das Singen beizubringen. Einfache, fast selbstverständliche Dinge schaffen so einen großen, einschneidenden Erfolg.

Die Ruck – Stiftung des Aufbruchs ist Treuhänder einer Stiftung, deren Kapital von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Verfügung gestellt wird. Diese Stiftung  „Achtung  Kinderseelen!“  setzt  ein  Zeichen  gegen  seelische  Not  von Kindern und Jugendlichen durch Aufklärung und Förderung von Vorbeugungs- und Früherkennungsprogrammen.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski