Unser Bedürfnis nach Sicherheit ist gigantisch. Es kann durchaus sein, dass dieses Sicherheitsbedürfnis dem Menschen angeboren ist. Es ist aber auch erwägenswert, zu prüfen, ob unser Sicherheitsbedürfnis nicht etwa darauf beruht, dass wir, nachdem wir festgestellt haben, dass Selbstverwirklichungswille und -möglichkeiten weit auseinander klaffen, uns mit dem System arrangieren, also fügen. Sicherheit bedeuten die Eltern, Sicherheit bedeutet der gleiche Bezirk, die gleichen Freunde, die gleiche Schule, der spätere Arbeitsplatz, das Häuschen im Grünen, die Vorsorge mit Lebensversicherungen, Sparbeträgen und Rentenversprechen. Sicherheit korrespondiert mit Wohlverhalten. Wir verhalten uns so, wie es von uns erwartet wird. Wir zahlen Steuern, wir konsumieren, wir warten bei Behörden, wir mucken weder gegen Lehrer noch möglichst gegen Dienstvorgesetzte auf. Von der Wiege bis zur Bahre haben wir uns mit dem Leben durch Unauffälligkeit arrangiert. Offenbar stellt die Sicherheit ein großes Potenzial dar. Sie wird geprägt durch die Politik und verteidigt unser Gemeinwesen durch ihre Bereitschaft, sich mit allem zu arrangieren, was den Sicherheitsgedanken nicht belastet.
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Hans Eike von Oppeln-Bronikowski