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Zuversicht

Wird schon werden. „Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen Schnee, tut der Finger nicht mehr weh.“ Eltern verstehen, ihre Kinder nicht nur zu trösten, sondern ihnen auch eine Perspektive aufzuzeigen, wenn sie sich zum Beispiel in den Finger geschnitten oder sich mit anderen Kindern gezankt haben.

Diese selbstverständliche Zuversicht scheint manchem in Bezug auf andere Menschen und das Leben abhandengekommen zu sein. Ständig werden zudem Gefahren beschrieben, die uns durch Klimawandel, wirtschaftlichen Verfall und Überbevölkerung drohen könnten. Die Welt ist voller Gefahren, aber kaum noch ein Tröster ist vorhanden, der mit „Heile, heile Segen…“ dafür sorgt, dass Menschen wieder Mut fassen, Schmerzen überwinden und hoffnungsfroh ihre Zukunft gestalten. Werden wir so mangels Perspektive zu Antinatalisten? Ich hoffe nicht.

Alle weltlichen und religiösen Schöpfungsverkündungen wimmeln seit Menschengedenken von gefährlichen Szenarien, die letztlich wieder eingefangen werden könnten durch Versprechen, wie, dass dies doch schon immer so gewesen sei, Veränderungen stets möglich und wahrscheinlich seien, objektive und subjektive Bedingungen sich änderten, Langeweile und Erschöpfung schließlich alles erledige. Niemals, so ist dies historisch bestätigt, wurde das letzte Wort gesprochen, sondern es fand sich stets ein weiterer Ausweg, gab es Gründe, wieder an Aufbruch und Neubeginn zu glauben.

Da seit dem Urknall nichts endlich sein kann, gibt es gute Gründe, die Zuversicht zu hegen und in Momenten der Verzagtheit, andere und sich selbst an später zu erinnern, an eine bessere Zeit.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Hoffnung

Was baut uns auf, was schafft uns Hoffnung auf ein schönes und erfülltes Leben für uns selbst, unsere Kinder und Enkelkinder? Fernsehen? Die Verkehrsteilnehmer? Das Internet? All das sicher nicht. Neben dümmlichen Rateshows werden im Fernsehen fast nur Krimis, wie den Tatort ausgestrahlt, die uns stark daran zweifeln lassen, ob Täter und Polizisten nicht vor allem ein psychisches Problem haben.

Derartige Sendungen bauen uns nicht auf, sondern verstärken Depressionen, die wir bereits in öffentlichen Verkehrsmitteln, als Teilnehmer am Straßenverkehr oder in Kaufhäusern einfangen können. Auch kurzzeitige Entlastungen verschaffen kein Glücksgefühl, denn das fehlende Maß verbaut die Möglichkeit einer glückschaffenden Befriedigung.

Die Hoffnungslosigkeit zieht sich wie ein Band durch unser Leben, angefangen von persönlichen Unzulänglichkeiten, eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten, gesundheitlicher Instabilität, politischer Unvernunft und das Fehlen der supranationalen Einsicht, dass alles getan werden müsste, um unseren Planeten zu retten. Wenn alles so hoffnungslos ist und wir uns aber danach sehnen, dass alles gut ist, warum haben wir dennoch Schwierigkeiten, eine erwartungsfrohe Hoffnung zu gestalten?

Vielleicht deshalb, weil dies anstrengend ist, vielleicht deshalb, weil andere dies tun sollten, vielleicht deshalb, weil es keinen offensichtlichen Gewinn bringt, vielleicht deshalb, weil wir von Hoffnung nichts halten? All dies mag eine Rolle spielen, sollte uns aber mahnen, dafür einzutreten, dass wir im Fernsehen, wie auf unseren Straßen lieber erfreulichere Erlebnisse erfahren, geprägt von Zuversicht, Hilfsbereitschaft und Fröhlichkeit. Ich bin davon überzeugt, dass dies in kürzester Zeit anstiftend wirken und unser Leben hoffnungsfroher machen würde.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Henne oder Ei (Teil 2)

Alleine deshalb, weil diese Bürger-Staats-Beziehung nichts mit Selbstverantwortung und Selbstbewusstsein zu tun hat? Das ist nicht zu erwarten, vielmehr muss der Staat selbst das Schrittmaß für den Bürger vorgeben, in dem er sich einschränkt und dadurch diesem Entfaltungsmöglichkeiten überlässt, sein Leben selbst zu bestimmen.

Vergegenwärtigt man sich für einen Moment unsere Gesellschaft als einen Körper, so wird jeder Betrachter dieses Bildes sofort begreifen, dass nicht jede Zelle dieses Körpers vom Gehirn aus gesteuert und kontrolliert werden kann. Vielmehr ist jede Zelle autonom und doch bilden alle Zellen das Ganze, indem sie mit anderen Zellen kommunizieren und ihre Erfahrungen an diese Zellen, aber auch an das Gehirn weitergeben.

Die allein durch die bewusste Wahrnehmung des Gehirns entstehenden Störungen werden bis zur möglichen, aber vom Menschen nicht gewünschten Kapitulation seiner zerebralen Fähigkeiten von den Zellen des Körpers korrigiert und einer Heilung zugeführt. Am Beispiel des Körpers und seiner Zellen kann der Bürger lernen, was Selbstvertrauen, Verantwortung, Zuversicht und Zuverlässigkeit vermag, und zwar jeder Bürger für sich und in der Gemeinschaft. Man muss nur den Willen haben, sich aufeinander zu verlassen und wissen, dass dieser Wille von der Aufnahme- und Umsetzungsfähigkeit eines anderen Bürgers seine Rechtfertigung erhält.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Organismus

Bei Gesellschaften heißen die handelnden Persönlichkeiten Organe. Einzelne Körperteile des Menschen werden ebenfalls als Organe bezeichnet. Für unser Zusammenleben haben wir den Begriff Organismus geprägt. Organe organisieren im Mikro- und Makrokosmos.

Selbst in der winzigsten Zellstruktur organisieren sich Moleküle und sorgen für deren Erhalten, kommunizieren aber mit den Organen anderer Zellen zum wechselseitigen Nutzen. So verhält es sich wohl auch in den Gehirnzellen der Menschen, wobei das Produkt der Zellen nicht nur geordnete Bewegungsabläufe produzieren, sondern auch Entschlüsse, Entscheidungen und Irrtümer.

Die in den Gehirnzellen operierenden Organe benötigen Informationen, die es ihnen erlauben, möglichst nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen. Deshalb ist zur Ausbilanzierung der Gehirnaktivitäten Heilung und Erneuerung, Zuführung von Energie, Erholung, Regeneration, Stärkung des Selbstvertrauens, Verantwortung, Zuversicht, die Ausgewogenheit emotionaler und rationaler Argumente von großer Bedeutung.

Der Mensch muss sich auf sich, d. h. auf die Organe bis in seine kleinste Zelle hinein verlassen können. Der Makrokosmos spiegelt sich im Mikrokosmos. Auch hier gilt, dass handelnde gesellschaftliche Organe mit anderen kooperieren, für Erneuerungen und Zufuhr von Energie sorgen, um ausgewogene Entscheidungen zu treffen, die dem ganzen Körper, heißt dem Volke und letztlich der Menschheit dienen. Planwidriges Agieren einzelner Organe führt zur Isolation und zur Entwicklung eines Krebsgeschwürs, welches alles wieder austrocknet oder den Patienten sterben lässt. Davon hat dann final keiner mehr etwas.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Familie

Nach Artikel 5 des Grundgesetzes genießt die Familie den besonderen staatlichen Schutz. Was bedeutet dies und welche Konsequenzen sind hieraus abzuleiten? Gesetzlich ist das zunächst gelöst. Vom Elterngeld bis zum Sorgerecht sorgt der Staat dafür, dass die Durchführung des familiären Experiments gewährleistet ist. Doch ist zu fragen, ob der Staat auch bereit ist, die Autonomie der Familie zu respektieren, insbesondere ob unsere Gesellschaft überhaupt die grundgesetzliche verankerte Achtung der Familie immer zu verteidigen bereit ist. Ich habe da meine Zweifel. Dies nicht deshalb, weil es die unterschiedlichsten Familienmodellen gibt, sondern weil das Selbstverständnis, welches der Familie eigentlich innewohnt politisch konturlos erscheint. Der Begriff „Familie“ wirkt zudem antiquiert, unzeitgemäß, spießig und kategorisch. Richtig ist, dass mit dem Begriff „Familie“ Schindluder getrieben wurde, und zwar dadurch, dass ihm interessierte Kreise etwas nur auf Vermehrung gerichtetes, Wertkonservatives oder Versorgungstechnisches anhefteten.

Auch wenn der ein oder andere vorgenannte Aspekt durchaus nicht geleugnet werden kann, so ist Familie dennoch etwas ganz Besonderes. Sie beruht auf der Verabredung von Menschen, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen, das es ihren Kindern ermöglicht, sich in diese Gesellschaft hinein zu entwickeln. So ist die Familie das Start-up-Unternehmen für jedes Baby. Was in der Familie misslingt, kann auch kaum mehr erfolgreich durch Kindergarten und Schule ausgebügelt werden. Die Nähe des Kindes zu seinen Eltern schafft das Lebensvertrauen, das Kinder überhaupt erst in die Lage versetzt, sich diejenigen Fähigkeiten anzueignen, mit deren Hilfe sie in Integrität und Zuversicht künftig ihr Leben gestalten können.

Dabei kommt es bereits auf die pränatale Vorbereitung und die ersten sieben Monate eines Kindes an, denn was dort nicht angelegt wurde, kann auch später nicht nachgeliefert werden. Es kommt zudem darauf an, dass die Eltern an die Kinder Liebe, Güte, Bildungsbereitschaft, Zuversicht , d. h. all diejenigen Fähigkeiten weitergeben, die ihre Kinder als Rüstzeug des Lebens dringend benötigen.

Das Kind interessiert sich für seine Eltern, deren Sprache, Geschichten, Rituale und Berührungen, deshalb ist es so wichtig, Eltern auszubilden, denn Elternbildung schafft Kinderbildung. Sowohl im tatsächlichen als auch im übertragenen Sinne. Zur Familie gehören selbstverständlich neben den Eltern auch Großeltern, Geschwister und Verwandte mehrerer Generationen. Freunde und nahe Bekannte sind wichtig für das Kind. Sie alle sind primäre Paten einer günstigen Zukunftsprognose für das Kind und schaffen gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass mit dem Eintritt in Kindergarten und Schule die Familie nicht ausgeschlossen ist, sondern weiterhin den Hintergrund für selbstbewusste Erfahrungen des Kindes bieten.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski

Henne oder Ei

In seinem steuerpolitischen Verhalten treibt der Staat seinen Souverän, den Bürger vor sich her. Der Bürger erbringt Arbeitsleistungen und versucht, sein Einkommen zu vermehren. Diese Rechnung geht nicht auf. Der Bürger wird in seinen Erwartungen getäuscht, denn er bekommt letztlich weniger als er verdient hat; einen Großteil seines Einkommens verliert er durch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Der Bürger versteuert sein Einkommen jedoch nicht nur einmal, sondern ständig mit jeder Aktivität, meist wird ihm dies nicht einmal bewusst. Die mit den Sozialversicherungsbeiträgen erworbenen Rentenanwartschaften z. B. sind zwar ihm gegenüber abgegebene Versprechungen, sind aber genauso wenig sicher, wie jeder andere ungesicherte Lebensstandard. Um sich diese vermeintliche Sicherheit und den vermeintlichen Lebensstandard zu erhalten und zudem die Anforderungen des Staates zu bedienen, erhöht der Bürger kontinuierlich die Schlagzahl seiner Tätigkeit auf Kosten seiner Lebenszeit, seiner Gesundheit, seiner Effizienz und Lebensfreude. Obwohl er der Souverän ist, ist der Bürger gleichwohl bisher nur selten den staatlichen Gelderwerbssystemen entgegengetreten, sondern hat sie sogar meist befürwortet. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Weil die meisten Bürger hoffen, dass der Staat für Abgabengerechtigkeit eintrete, haben Sie letztlich keine Einwände dagegen, dass der Staat Steuern einzieht und sogenannte „Steuersünder“ unerbittlich verfolgt.
  • Vielen Bürgern scheint es aufgrund der eigenen gewohnt bequemen Lebensführung angemessen, wenn andere Bürger – also die Politiker – den Takt vorgeben und das System vorhalten, welches ihnen Lebensstandard und Sicherheit verspricht.
  • Der Rückfluss von Steuermitteln in den sozialen Bereich oder auch sonstige Steuervergünstigungen und Subventionen erwecken bei den Begünstigten den Eindruck, das Steuersystem bevorzuge ihre Haltung, was allerdings einer Wahnvorstellung gleichkommt.
  • Ein Großteil der Bürger ist Nutznießer der staatlichen Geldverteilungspolitik und nimmt daher gerne, was ihm gegeben wird. Richtig ist, dass der Bürger als interessensgesteuerter Mensch kaum bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen, solange der Lebensstandard nicht gänzlich in Frage steht und der Besitzstand gewahrt ist. Warum sollte er seine Einstellung ändern?

Alleine deshalb, weil diese Bürger-Staats-Beziehung nichts mit Selbstverantwortung und Selbstbewusstsein zu tun hat? Das ist nicht zu erwarten, vielmehr muss der Staat selbst das Schrittmaß für den Bürger vorgeben, in dem er sich einschränkt und dadurch diesem Entfaltungsmöglichkeiten überlässt, sein Leben selbst zu bestimmen.

Vergegenwärtigt man sich für einen Moment unsere Gesellschaft als einen Körper, so wird jeder Betrachter dieses Bildes sofort begreifen, dass nicht jede Zelle dieses Körpers vom Gehirn aus gesteuert und kontrolliert werden kann. Vielmehr ist jede Zelle autonom und doch bilden alle Zellen das Ganze, indem sie mit anderen Zellen kommunizieren und ihre Erfahrungen an diese Zellen, aber auch an das Gehirn weitergeben.

Die allein durch die bewusste Wahrnehmung des Gehirns entstehenden Störungen werden bis zur möglichen, aber vom Menschen nicht gewünschten Kapitulation seiner zerebralen Fähigkeiten von den Zellen des Körpers korrigiert und einer Heilung zugeführt. Am Beispiel des Körpers und seiner Zellen kann der Bürger lernen, was Selbstvertrauen, Verantwortung, Zuversicht und Zuverlässigkeit vermag, und zwar jeder Bürger für sich und in der Gemeinschaft. Man muss nur den Willen haben, sich aufeinander zu verlassen und wissen, dass dieser Wille von der Aufnahme- und Umsetzungsfähigkeit eines anderen Bürgers seine Rechtfertigung erhält.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski