Policy

„Der Mensch denkt, Gott lenkt – kein Red´ davon“ meint Bertold Brecht. Er hat wohl Recht. Der Mensch hat aufgehört zu denken, jedenfalls zu denken in gesellschaftlichen Sinnzusammenhängen. Es gibt aber auch niemanden, der für ihn denkt. Zum Denken gehören zwei: der aktive Denker und der passive Denker, also derjenige, der die Gedanken versteht und umsetzt.

Dabei gäbe es Vieles in unserer Gesellschaft zu bedenken, aber uns sind die handelnden Denker abhandengekommen. Wir denken nur, dass wir denken, weil Medien dies behaupten. Tatsächlich ist aber das Denkvakuum vielfach wahrzunehmen, auch bei Bildungsinitiativen bis hin zur Flüchtlingsthematik. Denken erfordert, nicht nur auf augenblickliche Situationen zu reagieren, sondern vorausschauend Konzeptionen zu entwerfen, die Erfahrungen gleichermaßen beinhalten, wie kühne Herausforderungen und das noch zu Leistende.

Policy, d. h. die grundlegenden Verabredungen zu den Zukunftsplänen unserer Gesellschaft verwirklicht sich nicht durch Aufstockungen des bereits Gedachten, sondern nur durch Brüche und neues Beginnen. Schluss damit! Jetzt machen wir es einmal anders! Dies kann gesellschaftlich oft viel sinnfälliger aus einer Situation führen, als ein sicherungsbedachtes Weiterwurschteln. Mut, Risiko und Freude an neuen unerwarteten Erfahrungen können nicht nur einzelnen Menschen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt bei der Zukunftsgestaltung Impulse geben.

Hans Eike von Oppeln-Bronikowski